Stadträtin Mona Fuchs

Pressemitteilung | 27.01.2026

Yad Vashem Education Center – breites Fraktionsbündnis unterstützt die Bewerbung

München bekennt sich zur Verantwortung für Erinnerungskultur und zum Kampf gegen Antisemitismus: Ein breites Bündnis der Fraktionen im Stadtrat unterstützt die Initiative des Freistaats Bayern, Standort für das erste Yad Vashem Education Center außerhalb Israels zu werden. Die Landeshauptstadt soll diese Bemühungen aktiv unterstützen und sich als kooperationsbereite Partnerstadt in das Bewerbungsverfahren einbringen.

München hat als ehemalige „Hauptstadt der Bewegung“ eine besondere Verantwortung und soll dieser dauerhaft gerecht werden. Das Datum der Antragsstellung ist deshalb sehr bewusst gewählt: der am 27. Januar stattfindende Holocaust Remembrance Day.

Viele Institutionen in München und im Freistaat haben sich der Erinnerungsarbeit verschrieben: das NS-Dokumentationszentrum München, die KZ-Gedenkstätte Dachau sowie die im Kulturreferat verankerten Strukturen der Public History und Erinnerungskultur. Von dieser lokalen Expertise kann ein Yad Vashem Education Center in München profitieren. Gleichzeitig können hiesige Einrichtungen von der langjährigen Erfahrung von Yad Vashem in Forschung, Bildung und internationaler Vernetzung lernen.

Sich für Erinnerungsarbeit einzusetzen ist heute wichtiger denn je. Aktuelle Studien zeigen, dass insbesondere bei jungen Menschen erhebliche Wissenslücken bestehen: Ein relevanter Anteil der 18- bis 29-Jährigen kennt zentrale Fakten zur Shoah nicht sicher; viele können weder das Ausmaß der Verbrechen noch zentrale Orte der Erinnerung korrekt benennen. Diese Befunde machen deutlich, dass Erinnerung keine Selbstverständlichkeit ist, sondern aktiv, permanent, professionell und generationengerecht vermittelt werden muss.

Mona Fuchs, Fraktionsvorsitzende Die Grünen/Rosa Liste/Volt: „Das Yad Vashem Education Center nach München zu holen, ist ein wichtiges politisches Signal für eine lebendige, wehrhafte Erinnerungskultur. In einer Zeit, in der rechtsextreme Ideologien an Einfluss gewinnen, antisemitische Hetze zunimmt und die Unwissenheit über die Schrecken der Shoah wächst, braucht es starke Orte des Lernens, die die Verbrechen des Holocaust historisch fundiert vermitteln, berühren und wachrütteln – und so zu Haltung und Widerstand gegen Menschenfeindlichkeit ermutigen. Erinnerungskultur ist aktiver Demokratieschutz! München stellt sich dieser Verantwortung und wird den Vorstoß des Freistaats nach Kräften unterstützen.“

Micky Wenngatz, SPD-Stadträtin: „Als ehemalige ,Hauptstadt der Bewegung‘ trägt München eine besondere historische Verantwortung für eine lebendige Erinnerungskultur und damit eine klare Verpflichtung zum ‚Nie wieder!‘. Das Yad Vashem Education Center in München würde diese Verantwortung mit Leben füllen: München bringt starke lokale Expertise durch das NS-Dokumentationszentrum und die KZ-Gedenkstätte Dachau ein, profitiert aber zugleich von internationalen Perspektiven und der jahrzehntelangen Bildungserfahrung Yad Vashems. So entsteht ein gegenseitiger Lernprozess, der unsere Erinnerungsarbeit stärkt, gerade jetzt, wo Wissenslücken zur Shoah bei jungen Menschen zunehmen.“

Manuel Pretzl, Fraktionsvorsitzender CSU/FW: „Leider sind Jüdinnen und Juden auch in München einem wiedererstarkten Antisemitismus ausgesetzt. Hass und Hetze dürfen niemals siegen – dafür ist zeitgemäße Erinnerungsarbeit unerlässlich. Der Münchner Stadtrat steht fest an der Seite der jüdischen Gemeinde und setzt sich immer wieder fraktionsübergreifend für eine aktive Erinnerungskultur ein. Selbstverständlich unterstützen wir die Bewerbung Münchens für das erste Yad Vashem Education Center außerhalb Israels. Es wäre ein starkes Zeichen, wenn München als ehemalige ,Hauptstadt der Bewegung‘ diese Verantwortung übernimmt.“

Prof. Dr. Jörg Hoffmann, Fraktionsvorsitzender der FDP BAYERNPARTEI Stadtratsfraktion: „München trägt als einstige ‚Hauptstadt der Bewegung‘ eine besondere historische Verantwortung. Diese Verantwortung wandelt sich heute in eine Chance: gemeinsam mit Yad Vashem eine lebendige und wissenschaftlich fundierte Erinnerungskultur zu gestalten.“

Tobias Ruff, Fraktionsvorsitzender ÖDP/München Liste: „Erinnerung ist kein Blick zurück, sondern eine Verpflichtung für die Gegenwart. München trägt als ehemalige „Hauptstadt der Bewegung“ eine besondere Verantwortung, die Geschichte nicht verblassen zu lassen. Ein Yad Vashem Education Center wäre ein Ort des Lernens, des Innehaltens und der Menschlichkeit. Gerade in einer Zeit wachsender Gleichgültigkeit braucht es solche klaren Zeichen.“