Pressemitteilung | 08.07.2026

Wohnungen statt Büros: München bekommt Umbauagentur

Münchens neue Umbauagentur wird auf den Weg gebracht. Sie wird die Umnutzung von leerstehenden Büroflächen in Wohnungen künftig vorantreiben.

Oberbürgermeister Dominik Krause hat direkt nach seinem Amtsantritt das Planungsreferat beauftragt, ein entsprechendes Konzept zu entwickeln und dieses noch vor der Sommerpause dem Stadtrat vorzulegen. Das wird nun im kommenden Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung am 15. Juli geschehen. Die Agentur wird mit 12 Stellen ausgestattet und bei diesem wichtigen Vorhaben die zentrale Rolle einnehmen.

In München fehlt es an Wohnraum. Gleichzeitig geben Unternehmen Büroflächen auf. Das Münchner ifo-Institut hat in seiner Studie „Homeoffice und die Zukunft der Büros“ (2024) ein Potenzial von 5,8 Millionen Quadratmetern Bürofläche, die in den Top-7-Städten (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf) umgenutzt werden könnten. Bei einer durchschnittlichen Wohnungsgröße von 77 Quadratmetern wären das rund 60.000 Wohnungen[1]. Das will die Landeshauptstadt künftig besser ausnutzen.

Ein Pilotprojekt wurde mit den Ten Towers bereits im Februar im Stadtrat ermöglicht. Hier wird in einem ehemaligen Bürogebäude Azubi- und Studierendenwohnen entstehen. Das Ziel der Umwandlungsagentur wird sein, weitere solcher Pilotprojekte zu identifizieren und anzustoßen. Fünf noch in diesem Jahr. Die Umbauagentur wird zentrale Anlauf- und Beratungsstelle für Eigentümer*innen und Projektentwickler und wird die Verwaltung mit diesen Akteur*innen vernetzen. Ferner wird sie dafür sorgen, dass geeignete Büroobjekte zentral erfasst werden und eine Strategie aufgesetzt wird, wo im Stadtgebiet Umnutzungen besonders sinnvoll sind.

Oberbürgermeister Dominik Krause: „Mit der Umbauagentur lösen wir ein wichtiges Versprechen aus dem Wahlkampf ein: Alle Hebel in Bewegung zu setzen, um die Wohnungsnot in München zu bekämpfen. Ich freue mich, dass es in nur wenigen Wochen gelungen ist, die neue Umbauagentur auf den Weg zu bringen – fast zeitgleich zum neuen Förderprogramm des Bundes. Die Umbauagentur wird Büroleerstand identifizieren und Eigentümer*innen leerstehender Bürogebäude dabei beraten, wie diese Flächen in Wohnraum umgestaltet werden können. In München stehen rund 1,8 Millionen Quadratmeter Büroflächen leer. In Zeiten von explodierenden Mieten und Wohnungsknappheit darf sich München diesen Leerstand nicht länger leisten. Die Umwandlungsagentur wird die angespannte Situation auf dem Mietmarkt nicht allein lösen, aber sie ist ein wichtiger Baustein, dem weitere folgen werden.“

Sibylle Stöhr, planungspolitische Sprecherin der Fraktion Die Grünen – Rosa Liste: „Dass die Umbauagentur so schnell vor der Sommerpause auf den Weg gebracht wird, ist eine gute Nachricht für die Stadt! Das zeigt: Wir gehen die Münchner Wohnungsnot entschieden an und suchen nach kreativen Lösungen. Gerade für Azubi- und Studierendenwohnen ist die Umnutzung von Büros sehr sinnvoll.“


[1] https://www.ifo.de/publikationen/2024/aufsatz-zeitschrift/homeoffice-zukunft-bueros