Pressemitteilung | 27.08.2025

Wertebasiert handeln, Auftragnehmer*innen in die Pflicht nehmen

Gleichstellung, Diversität und Diskriminierungsfreiheit sind Grundsätze, denen sich die Landeshauptstadt verschrieben hat. Bisher galten diese Leitlinien auch für Unternehmen als selbstverständlich. Unter der Trump-Regierung sind diese Werte allerdings unter Beschuss. Das zwingt die Stadt, ihre Vergabepraxis zu überdenken.

Nach einigen US-amerikanischen IT-Firmen hat sich nun auch SAP von internen Konzernzielen für den Frauenanteil in der Belegschaft und in Führungspositionen verabschiedet. Der Schritt ist besonders bitter, da der Konzern jahrelang als Vorzeigeunternehmen für Geschlechtergleichstellung und Diversität gegolten hatte. Da SAP eine deutsche Firma und zudem eine bedeutende Auftragnehmerin der Stadt München ist, wirft dieser Schritt für Die Grünen/Rosa Liste/Volt Fragen auf.

In dem derzeitigen politischen Weltklima könnten sich weitere Firmen zudem ähnlich verhalten. Die Fraktion will deswegen per Anfrage wissen, wie die Stadt sicherstellt, dass sich Auftragnehmer*innen an dieselben Leitlinien halten, die auch für städtische Mitarbeitende und Tochtergesellschaften gelten.

Ferner soll dargelegt werden, wie das bereits in Vergabeprozessen berücksichtigt werden kann und welche Vorgehensweise die Stadt für den Fall vorsieht, dass sich ein Unternehmen während der Beauftragung zum Beispiel klar gegen Standards wie eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder eine offene Unternehmenskultur ausspricht.

Judith Greif, digitalpolitische Sprecherin Die Grünen/Rosa Liste/Volt: „Wir bei der Stadt wollen, dass Ziele wie Gleichstellung, Diversität und Diskriminierungsfreiheit im Arbeitsalltag gelebt werden. Darauf verpflichten wir unsere Mitarbeitenden. Gleiches erwarten wir aber auch von unseren Auftragnehmer*innen, die mit Steuergeldern entlohnt und teilweise jahrzehntelang für die Landeshauptstadt tätig sind. Das muss in unseren Vergaberichtlinien niederschlagen.“