Städtische Kliniken beuten Studierende aus – Grüne rosa liste fordern Aufwandsentschädigung für das Praktische Jahr

P R E S S E M I T T E I L U N G

Stadträtin Angelika Pilz-Strasser setzt sich dafür ein, Medizinstudierende während ihres praktischen Jahres an den städtischen Kliniken fair zu bezahlen und ihnen außerdem neben dem Klinikalltag auch ausreichend Gelegenheit zum Studium zu geben (>>>Antrag)  Pilz-Strasser schlägt vor, die Studierenden mit einer Aufwandsentschädigung in Höhe des aktuellen BAföG-Höchstsatzes zu entlohnen. Außerdem sollen die städtischen Kliniken ihnen wöchentlich mindestens 4 Stunden Lehrveranstaltungen sowie 8 Stunden individuelles Selbststudium garantieren. Darüber hinaus sollen die Kliniken sich dafür einsetzen, dass die Approbationsordnung hinsichtlich der Anerkennung von Krankheitstagen reformiert wird.

Angelika Pilz-Strasser: „Im Mittelpunkt des Praktischen Jahres – aufgeteilt in drei Abschnitte von je 16 Wochen – steht laut ärztlicher Approbationsordnung die Vertiefung, Erweiterung und praktische Anwendung des zuvor Erlernten unter professioneller Anleitung. Dieser Ausbildungsabschnitt zählt als reguläre Studienzeit bei andauernder Immatrikulation der Studierenden. Tatsächlich sind die Studierenden aber während dieser Zeit im Regelfall vollständig in den Stationsalltag eingebunden. Die Arbeitszeiten belaufen sich dementsprechend mehrheitlich auf mindestens 40 Stunden – Vor- und Nachbereitungszeiten nicht inbegriffen. Gleichzeitig müssen die Studierenden die verbleibende Freizeit für eine ausreichende Vorbereitung auf die letzte Examensprüfung nutzen.
Die städtischen Kliniken Münchens gehören zu den Kliniken, die überhaupt keine Aufwandsentschädigung zahlen, und tragen damit angesichts der hohen Lebenshaltungskosten der Stadt zu einer strukturellen Chancenungleichheit bei: Wer keine eigenen Mittel hat oder von der Familie unterstützt wird, kann es sich kaum leisten, sein Praktisches Jahr in München abzuleisten.
Das Angebot an regulären Lehrveranstaltungen mit praktischen und theoretischen Elementen liegt im STKM bei durchschnittlich 2 Stunden – 4 Stunden wären das Minimum. Außerdem muss den Studierenden mehr Zeit fürs Selbststudium eingeräumt werden – schließlich sind sie hoch qualifizierte Auszubildende, die eine äußerst anspruchsvolle Prüfung zu absolvieren haben – und keine billigen Hilfskräfte.“