Pressemitteilung | 09.01.2026

Stadtviertelhausmeister*innen verbessern das Miteinander im Viertel

Sie sorgen mit einem Werkzeugkoffer im Gepäck für ein besseres Miteinander: München setzt Viertelhausmeister*innen nach Berliner Vorbild ein! Das fordert die Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt in einem entsprechenden Antrag.

Viertelhausmeister*innen sind echte Alltagsprofis. Sie sind im Stadtviertel unterwegs, ansprechbar und können unkompliziert eine Bank im Park reparieren, überfüllte Mülleimer melden oder nach den öffentlichen Toilettenanlagen sehen. Sie sind Kümmerer und kennen die Nachbarschaft – das hilft, um manche Situation zu entschärfen. Denn wo im öffentlichen Raum Menschen aufeinandertreffen, kann es auch mal Missverständnisse und Konflikte geben.

Vorbild des Vorstoßes des Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt ist die Kiezhausmeisterei in Berlin. 2021 hat das Straßen- und Grünflächenamt des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg diese als Pilotprojekt zusammen mit der Stiftung SPI gestartet. Ende 2025 ist es erneut verlängert worden. Derzeit sind acht Kiezhausmeister in drei Revieren, unter anderem dem Görlitzer Park, unterwegs. Sie sind Handwerker mit sozialer Kompetenz, unterstützen bei der Reinigung von Parks und Straßen, entfernen mal ein Graffiti oder reparieren eine Bank auf einem Spielplatz – und sorgen dafür, dass dort auch nichts liegenbleibt, was für Kinder gefährlich ist. Für die Nachbarschaft liegen die Vorteile auf der Hand: Die Kiezhausmeister sind ansprechbar und können unkompliziert helfen, ganz ohne Formulare und Verwaltungsprozedere.

München soll sich dieses Projekt zum Vorbild nehmen. Anders als an der Spree soll an der Isar aber noch mehr die sozialen Aspekte im Vordergrund stehen. Die Stadtviertelhausmeister*innen sollen in das Arbeitsmarktprogramm des Wirtschaftsreferats (MBQ)[1] integriert sein. Ziel ist es, vor allem Menschen einzustellen, die selbst Erfahrungen in bestimmten Szenen haben, die Milieus also gut kennen und deswegen auf Augenhöhe mit Menschen aus der Trinker- oder Drogenszene ins Gespräch kommen können. Sie sollen so weitergebildet werden, dass sie sowohl die handwerklichen Aufgaben der Arbeit meistern, aber auch gut zwischen den Szenen vor Ort und Streetwork, AKIM, Polizei oder Straßenreinigung vermitteln können.

Clara Nitsche, sozialpolitische Sprecherin Die Grünen/Rosa Liste/Volt: „Wenn ein Viertelhausmeister im Park eine Bank repariert und schaut, dass Mülleimer nicht überquellen, dann sind das mehr als Handwerks- und Aufräumarbeiten. Sondern es zeigt: Hier kümmert sich jemand, hier ist jemand ansprechbar oder kann selbst auf Leute zugehen und Konflikten erst einmal die Schärfe nehmen. Ich bin sicher, dass so ein Ansatz gut im Alten Botanischen Garten oder im Nußbaumpark funktionieren kann – als Schnittstelle und Ergänzung zu anderen Angeboten wie Streetwork.“

Gregor Meschter, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin, Straßen- und Grünflächenamt Fachbereich Öffentlicher Raum: „Die Kiezhausmeisterei ist die schnelle Eingreiftruppe des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg. Mit ihren Lastenrädern sind die Kollegen in ihren Revieren unterwegs, zeigen Präsenz und reinigen und reparieren sofort, ohne lange Wartezeiten oder bürokratische Hürden. Sie sind die Kümmerer im öffentlichen Raum und werden als diese auch wahrgenommen und wertgeschätzt.“


[1] Das Münchner Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramm (MBQ) umfasst knapp 100 Förderprojekte. Ein Ziel ist der Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit, durch Beratung, Ausbildungen und Qualifizierungsmöglichkeiten sollen Menschen zurück ins Arbeitsleben finden.