Eine Stadt für Menschen, eine Altstadt für alle: Nach einem breiten Beteiligungsprozess hat der Mobilitätsausschuss des Stadtrats die Grundsätze für eine verkehrsberuhigte Innenstadt beschlossen.
Die Münchner Altstadt ist das Herz der Stadt. Hier kommen Besucher*innen aus allen Stadtvierteln und dem Umland zum Bummeln her, Tourist*innen genießen das besondere Flair. Rund 100.000 Menschen haben hier ihren Arbeitsplatz, fast 9.000 Münchner*innen leben hier. Sie alle wollen die Innenstadt schnell und bequem erreichen. Gleichzeitig sollen die Straßen in der City nicht nur zum Parken da sein, sondern Orte, an denen man sich gerne aufhält. Damit all diese Interessen bei einem begrenzten Platzangebot auf einen Nenner gebracht werden können, brauchte es einen breiten Abstimmungsprozess.
Dieser umfasste mehrere intensive Beteiligungsformate. Das Ergebnis ist die „Altstadt für alle“. Eine Innenstadt, in der es mehr Grün und mehr Platz zum Ratschen und Sitzen und Flanieren geben wird. Die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden, insbesondere aber für Menschen, die zu Fuß unterwegs sind, soll erhöht werden. Der Wirtschaftsverkehr braucht ausreichend Platz. Parkplätze für Anwohnende verschwinden nicht, Besucher*innen werden gezielt in die Parkhäuser gelenkt. Dadurch können manche Stellplätze umgenutzt und künftig zu Aufenthaltsflächen werden.
Was eine lebenswerte Altstadt nicht braucht, sind Autos, die auf der Suche nach einem Parkplatz im Kreis fahren. Die Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt hat dem Mobilitätsreferat deswegen mit einem Änderungsantrag den Auftrag erteilt, in ein digitales Verkehrsmanagement einzusteigen. Ziel dabei soll sein, dass Informationen über Baustellen, aber auch freie Parkplätze in Parkhäusern digital zur Verfügung gestellt und in neue oder bestehende Navigationsdienste eingepflegt werden können. Das Handy oder Navi soll Autofahrende also direkt zu einem freien Parkhaus leiten, anstatt auf eine Irrfahrt durch die City zu schicken.
Die „Altstadt für alle“ ist ein Prozess, kein Hauruck-Umbau. Durch den nun gefassten Grundsatzbeschluss wurden die Weichen dafür gestellt, die Innenstadt schrittweise weiterzuentwickeln. Begonnen wird dabei mit dem Graggenauer Viertel, danach folgt das Hackenviertel.
Bürgermeister Dominik Krause hatte den Beteiligungsprozess an der Stadtspitze federführend betreut und moderiert. Er sagt: „Das ist einer der bedeutendsten Beschlüsse dieser Wahlperiode. Münchens Altstadt wird attraktiver und moderner, gleichzeitig bewahren wir ihren unverwechselbaren Charakter. Der mehrjährige Prozess hat sich gelohnt, wir haben einen guten Kompromiss gefunden, der den Wünschen und Bedürfnissen aller Beteiligten Rechnung trägt. Die künftige Münchner Altstadt bleibt erreichbar für alle Verkehrsmittel, sie bietet aber künftig mehr Platz zum Flanieren und Erleben. Dass wir wenige Monate vor der Kommunalwahl noch so eine gute Lösung in der Koalition hinbekommen haben, freut mich sehr.“