Außenansicht des Alten- und Pflegeheims St. Josef am Luise-Kiesselbach-Platz.

Pressemitteilung | 25.09.2025

St. Josef: Sanierung vorantreiben – Alternativen prüfen

Es ist ein Sendlinger Wahrzeichen, das dringend saniert werden muss: das Alten- und Pflegeheim St. Josef der Münchenstift am Luise-Kiesselbach-Platz. Doch seit Jahren herrscht Stillstand. Die Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt fordert nun, Alternativen zu den bisherigen Plänen zu prüfen, um wieder Tempo in den stockenden Prozess zu bekommen.  

242 Plätze bietet die Münchenstift dort. Das Haus St. Josef wurde Mitte der 1920er Jahre vom Münchner Stadtbaumeister Hans Grässel erbaut und 1928 eröffnet. Inzwischen steht die U-förmige Anlage mit den zwei markanten Zwiebeltürmen unter Denkmalschutz. Was den Charme des Baudenkmals ausmacht, ist gleichzeitig ein Problem: Es genügt den Ansprüchen an eine moderne Pflegeeinrichtung nicht mehr.

Kommunal-, Sozial- und Baureferat arbeiten deswegen seit 2018 an einem Konzept für eine Generalsanierung. Der derzeitige Plan sieht vor, dass St. Josef im laufenden Betrieb saniert wird. Damit das gelingt, müsste ersatzweise ein neuer Gebäuderiegel errichtet werden. Dieser Interimsbau wäre aber fast so teuer wie ein kleines modernes Pflegeheim und würde die Freiflächen weiter reduzieren. Die Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt regt an, deswegen gleich den Neubau eines Pflegeheims zu prüfen, in dem auch Bewohner*innen mit besonderen Bedarfen, etwa Demenz oder einer psychischen Erkrankung untergebracht werden können. Dieser kann entweder in unmittelbarer Nähe von St. Josef oder, sollten umliegende Flächen nicht geeignet sein, in einem anderen Stadtviertel errichtet werden. Das selbstständige Wohnen würde weiterhin im denkmalgeschützten St. Josef möglich sein.

Außerdem soll untersucht werden, ob es günstiger ist, das Hans-Sieber-Haus an der Manzostraße instand zu setzen und die Bewohner*innen aus St. Josef während der Sanierungszeit dort unterzubringen, anstatt dies in einem Interimsneubau zu tun. 

Sofie Langmeier, sozialpolitische Sprecherin Die Grünen/Rosa Liste/Volt: „Der bislang geplante Interimsbau, der in den Innenhof von St. Josef gesetzt werden soll, würde vermutlich genauso viel kosten wie ein kleines Pflegeheim. Das ist in der derzeitigen Haushaltslage nicht darstellbar. Deswegen müssen wir Alternativen prüfen, nämlich einen echten Neubau statt einer teuren Zwischenlösung. St. Josef wird den Ansprüchen an moderne Pflegeheime nicht mehr gerecht, aber es eignet sich wunderbar für betreutes Wohnen. Darauf sollten wir bei diesem Gebäude den Fokus legen.“

Maria Hemmerlein, Fraktionssprecherin im Bezirksausschuss Sendling-Westpark: „Die Sanierung des St.-Josef-Heims ist seit langem ein Thema bei uns im Stadtbezirk. Wir tragen das Thema seit mindestens einem halben Jahrzehnt vor uns her. Deswegen begrüßen wir jede Möglichkeit, die hier für mehr Tempo sorgt – und durch die wir so schnell wie möglich moderne Pflegeplätze im Viertel bekommen. Wenn St. Josef künftig den Fokus auf Betreutes Wohnen legt, schafft das zudem neue Möglichkeiten für weitere Nutzungen im Erdgeschossbereich. Das wäre attraktiv fürs Viertel.“

Foto: UsienAltenheim St Josef am Luise Kiesselbach Platz BaustellensituationCC BY-SA 3.0