Antrag
Die Landeshauptstadt München soll unverzüglich auf Basis der Vision Zero ein Handlungsprogramm für einen besseren Schutz an Trambahnhaltestellen erarbeiten.
Dazu sollen als erstes Unfallschwerpunkte wie an der Donnersbergerbrücke, dem Leonrodplatz oder dem Karl-Preis-Platz sowie hochfrequentierte Schulwege und Haltestellen, wie entlang der Arnulfstraße oder Dachauer Straße in der Nähe von Grund- und anderen Schulen in den Blick genommen werden.
Für eine sichere und fehlerverzeihende Infrastruktur sind notwendig:
• Niedrigere Geschwindigkeiten insbesondere an hochfrequentierten Schulwegen
• Frühzeitige Fahrbahnverengungen im Bereich der Haltestelle und Einbau von Leitplanken
• Einspuriges Abbiegen aus einmündenden Straßen
• Verstärkte Geschwindigkeitskontrollen vor Ort
• Dialogdisplays mit Hinweis auf Haltestellen und Schulkinder
• Bäume mit Anprallschutz und zusätzliche Rasenstreifen als Pufferzonen
Begründung:
In München ereignen sich an Tramhaltestellen immer wieder schwere Unfälle mit Verletzten und Todesopfern. 2023 wurden bei einem Unfall am Leonrodplatz mehrere Menschen verletzt, ein junger Mann starb. An der der Donnersbergerbrücke ereignete sich im Mai ein tragischer Unfall mit vielen Verletzten, zwei Frauen verstarben.
Viele Trambahnhaltestellen werden von Schüler*innen genutzt. Nicht nur, um zur Schule zu kommen, sondern auch, wenn die Schule Ausflüge oder andere Aktivitäten unternimmt. Sie liegen allerdings oft an Hauptverkehrsstraßen mit vier Fahrstreifen und hoher Verkehrsbelastung. Gerade ältere Haltestellen sind oft zu eng und haben teilweise keine Geländer. Diese bieten zwar bei Unfällen kaum einen Schutz, sind aber unverzichtbar für größere Gruppen wie zum Beispiel Schulklassen.
Deshalb muss hier Platz für angemessene Schutzmaßnahmen geschaffen werden. Beispielsweise durch überbreite Fahrspuren anstatt wie bisher zwei Fahrspuren. Es braucht erhöhte Aufmerksamkeit – Achtung, hier kommt jetzt eine Haltestelle – und angepasste Geschwindigkeiten seitens des Autoverkehrs. Kürzere Bremswege, längere Reaktionszeiten, mehr Sicherheit. Ein Konzept das in allen Münchner 30er-Zonen seit Jahrzehnten gut funktioniert.
Nach solchen tragischen Unfällen wie an der Donnersbergerstraße ist schnelles Handeln geboten. Während die Planung und Umsetzung baulicher Maßnahmen Zeit in Anspruch nimmt, können Geschwindigkeitsbegrenzungen sofort umgesetzt werden. Das Prinzip muss lauten: Was sofort getan werden kann, muss sofort getan werden.
Drei Todesopfer an Tramhaltestellen sind drei zu viel. Die Stadt München trägt Verantwortung für die Sicherheit ihrer Bürgerinnen und Bürger. Mit der sofortigen Einführung von Tempo 30 an gefährlichen Tramhaltestellen und dem parallelen Entwickeln baulicher Sicherheitsmaßnahmen kann die Landeshauptstadt München dieser Verantwortung gerecht werden und weitere Tragödien verhindern.
| Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt |
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