Antrag
Das Referat für Arbeit und Wirtschaft wird beauftragt, dafür Sorge zu tragen, dass im Wiesn-Sanitätszentrum während des Oktoberfests bei allen Fällen, in denen es einen Verdacht auf die Verabreichung von K.-o.-Tropfen gibt, besonders bei bewusstlosen Besucher*innen, geeignete Proben entnommen werden können. Hierfür sind die notwendigen technischen und organisatorischen Voraussetzungen zu schaffen, die Schulung des eingesetzten medizinischen Personals sowie die Sicherstellung einer rechtssicheren Dokumentation.
Begründung:
Das Oktoberfest ist nicht nur ein Volksfest, sondern auch ein internationaler Anziehungspunkt für hunderttausende Besucherinnen und Besucher. Die Sicherheit der Gäste, insbesondere von Mädchen* und Frauen*, muss daher höchste Priorität haben. Leider kommt es immer wieder zu Verdachtsfällen, bei denen Besucherinnen K.-o.-Tropfen verabreicht worden sein könnten.
Allein in der ersten Wiesnwoche 2025 meldete die Aktion „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen*“ sechs Verdachtsfälle. Für die Betroffenen bedeutet dies eine enorme Belastung: Die Erinnerung an das Geschehen ist oft lückenhaft oder verschwommen, hinzu kommen Angst, Scham und Hilflosigkeit. Gleichzeitig geht wertvolle Zeit verloren, da bislang im Sanitätszelt keine Möglichkeit für ein schnelles Drogenscreening besteht. Der leitende Arzt des Wiesn-Sanitätszentrums, Dr. Philip Kampmann, hat öffentlich bestätigt, dass seine Klinik am Rand der Theresienwiese derzeit über keine entsprechende Ausstattung verfügt – obwohl gerade am Eröffnungswochenende Fälle auftraten, in denen eine sofortige Abklärung dringend notwendig gewesen wäre.
Ein sofortiges Screening vor Ort hat gleich mehrere Vorteile: Zum einen können Ärztinnen und Ärzte gezielter behandeln und besser ausschließen, ob Symptome wie beispielsweise eine Bewusstlosigkeit auf bestimmte Substanzen zurückzuführen sind oder aber andere Ursachen haben. Zum anderen ist es aus Sicht der Strafverfolgung entscheidend, dass Spuren von K.-o.-Tropfen möglichst schnell gesichert werden, da diese Substanzen nur kurze Zeit im Körper nachweisbar sind. Und nicht zuletzt stärkt ein verlässliches Screening das Sicherheitsgefühl auf der Wiesn und sendet ein klares Signal an potenzielle Täter: München schaut nicht weg, sondern handelt entschlossen.
Mit dem Angebot von geeigneten Tests auf K.-o.-Tropfen im Sanitätszelt wird die Lücke zwischen medizinischer Erstversorgung, Opferschutz und Strafverfolgung geschlossen. Damit wird das Oktoberfest für Mädchen und Frauen ein Stück sicherer – und München seiner Verantwortung gerecht, weltweit Maßstäbe für Prävention und Opferschutz zu setzen.
| Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt |
| Initiative: Anja Berger Sebastian Weisenburger Beppo Brem Gudrun Lux Clara Nitsche Mona Fuchs Judith Greif Mitglieder des Stadtrats |