Ortskern Ramersdorf

Pressemitteilung | 16.07.2025

Ramersdorf: Wohnen über dem Supermarkt

Oben wohnen, unten einkaufen: Das soll perspektivisch in Ramersdorf möglich sein. Und zwar in unmittelbarer Nähe zum historischen Ortskern. Einen entsprechenden Realisierungswettbewerb hat der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung an diesem Mittwoch auf den Weg gebracht. Die Grünen/Rosa Liste/Volt haben sich dafür eingesetzt, dass auf dem Areal dabei auch Wohnraum für Senior*innen und Azubis entstehen kann.

Wohnen über dem Supermarkt. Verschiedene Handelsunternehmen haben solche gemischt genutzten Gebäude schon an verschiedenen Orten umgesetzt. Nun hat Lidl im Bereich des östlichen Innsbrucker Rings und der Ramersdorfer Straße Grundstücke erworben. Hier will der Discounter auf knapp 5000 Quadratmetern Fläche einen Discounter bauen – und auch Wohnungen.

Das Grundstück liegt im denkmalgeschützten Ensemble „Ehemaliger Ortskern Ramersdorf“ und in unmittelbarer Nähe zur Wallfahrtskirche St. Maria Ramersdorf. Bereits im 11. Jahrhundert wurde das Dorf urkundlich erwähnt. Im Westen des Areals befindet sich zudem ein Bauernhaus, ein historischer Einfirsthof. Mit diesem Erbe muss man sensibel umgehen. Deswegen wird es einen städtebaulich-landschaftsplanerischen Realisierungswettbewerb geben. In der Sitzung von Mittwoch hat der Planungsausschuss die Eckpunkte dafür festgelegt.

So soll der Einfirsthof erhalten bleiben und für Wohnnutzung umgebaut werden. Auch die Neubauten müssen sich am historischen Ortsbild orientieren. Die Grünen/Rosa Liste/Volt haben sich zudem dafür stark gemacht, dass Wohnraum für Senior*innen und Azubis eine besondere Berücksichtigung findet. Zum Innsbrucker Ring hin soll die Bebauung geschlossen sein, um Lärm und Feinstaub vom neuen Quartier abzuschirmen. Vorhandene Bäume bleiben, dazu kommen weitere Grünflächen, nach Möglichkeit begrünte Fassaden an den Sonnenseiten und für die Öffentlichkeit nutzbare, begrünte Dachflächen, teilweise mit Solaranlagen. Dazu kommt eine neue Wegverbindung zwischen der Ramersdorfer Straße zur Grundfläche an der Kirchseeoner Straße, die das Quartier zum historischen Dorfkern öffnet.

Das ist notwendig, denn bislang wird das Gelände vor allen gewerblich genutzt und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Hier befinden sich unter anderem eine Autowerkstatt. Ein Gebäude mit Spielothek und andere Gewerbehallen wurden bereits abgerissen, ein weiterer, einstöckiger Zweckbau ist sanierungsbedürftig und steht derzeit leer. Ob hier eine Interimsnutzung möglich ist, wird derzeit geprüft.

Christian Smolka, Stadtrat Die Grünen/Rosa Liste/Volt: „Wir wissen, dass man in Ramersdorf ungeduldig auf die Sanierung des historischen Ortskerns wartet. Nun haben wir aber die Chance, zumindest auf einem Teilstück Wohnungsbau voranzutreiben. Am besten für Gruppen, die günstigen Wohnraum besonders brauchen: Senior*innen und junge Menschen. Und warum dann nicht in Kombination mit einem Supermarkt im Erdgeschoss? Noch besser: Lidl plant gleich auch Mitarbeitendenwohnungen ein.Die Alternative wäre, dass hier gar nichts passiert. Für mich ist das aber kein sinnvoller Ansatz.“