Neun Jahre ist es her, dass am Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen gewaltsam aus dem Leben gerissen wurden. Das OEZ-Attentat hat auf ewig eine tiefe Wunde bei den Angehörigen hinterlassen. Die Trauer bleibt. Im kommenden Jahr jährt sich dieser rechte Akt des Terrors zum zehnten Mal. Spätestens dann soll eine neue Gedenktafel im Herzen der Stadt an die Opfer erinnern. Einen entsprechenden Antrag haben heute alle demokratischen Fraktionen im Stadtrat gemeinsam eingebracht.
Armela, Can, Dijamant, Guiliano, Hüseyin, Roberto, Sabine, Selçuk und Sevda, diese Namen dürfen niemals vergessen werden. Die Tafel soll im Eingangsbereich des Prunkhofs im Rathaus angebracht werden, ergänzend zur bestehenden Gedenktafel für die Opfer des Oktoberfestattentats. Die Angehörigen der OEZ-Opfer müssen in diesen Prozess unbedingt eng eingebunden werden.
Das sichtbare Erinnern an die Opfer solcher Gewalttaten ist wichtig, um einen Ort des Gedenkens für Angehörige und Freunde zu schaffen. Darüber hinaus geht es darum, das gesellschaftliche Bewusstsein gegen jedwede Gewalt, gegen Hass, Rassismus und Antiziganismus zu stärken.
Mona Fuchs, Fraktionsvorsitzende Die Grünen/Rosa Liste/Volt: „Neun Jahre nach dem OEZ-Attentat bleibt bloßer Schmerz. Aber auch die Verantwortung. Besonders für uns als Stadt, denn dieser sind wir lange nicht gerecht geworden. Es ist wichtig, dass wir die Erinnerung an die Opfer dauerhaft ins Herz unserer Stadt bringen: ins Rathaus. Es soll ein Ort der Trauer sein, aber auch ermahnen: Es liegt an uns allen, tagtäglich gegen Rassismus, Hass und Antiziganismus aufzustehen.“
Julia Schönfeld-Knor, SPD-Stadträtin: „Wir erinnern an die Opfer des OEZ-Attentats – an die Ermordeten, an die Verletzten an Körper und Seele. Ihr Leid verpflichtet uns, rechter Gewalt immer und immer wieder entschlossen entgegenzutreten und unsere Demokratie gegen Hass und Hetze zu verteidigen.“
Manuel Pretzl, Fraktionsvorsitzender CSU/FW: „Am neunten Jahrestag des schrecklichen OEZ-Attentats sind wir heute in Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen. Zum zehnjährigen Gedenktag wollen wir mit einer Gedenkplakette im Eingangsbereich zum Prunkhof im Rathaus ein sichtbares Zeichen gegen Hass, Rassismus, Gewalt und Terror setzen. Wir schaffen damit im Herzen unserer Stadt einen weiteren Ort des Erinnerns und Gedenkens für die Angehörigen sowie Freunde der Opfer. Das Mahnmal soll uns alle zukünftig daran erinnern, wie wichtig Zusammenhalt, Respekt und unser entschlossenes Eintreten für ein friedliches Miteinander sind.“
Jörg Hoffmann, Fraktionsvorsitzender FDP BAYERNPARTEI: „Erinnern geht uns alle an. Der fürchterliche Anschlag wird immer ein Teil der Geschichte unserer Stadt bleiben. Eine Gedenktafel im Eingangsbereich des Rathauses zeigt, dass wir die Opfer des OEZ-Attentats nicht vergessen. Wir schaffen damit einen Ort des Gedenkens im Herzen der Stadt, der für alle zugänglich ist und einen Moment des Innehaltens erlaubt.“
Stefan Jagel, Fraktionsvorsitzender Die Linke / Die PARTEI:„Nach all den Jahren, in denen die Angehörigen für die richtige Einordnung des Anschlags kämpfen mussten, ist es wichtig, ein Zeichen dafür am Rathaus anzubringen. Gerade, weil auch die Stadt München eine Weile gebraucht hat, um das OEZ-Attentat als das einzustufen, was es war: Nämlich ein rechtsextremistischer Terroranschlag.“
Tobias Ruff, Fraktionsvorsitzender ÖDP/München-Liste: „Das Leben von neun jungen Menschen wurde aus Hass ausgelöscht. Wir vergessen sie nicht. Zehn Jahre nach dem rechtsterroristischen Anschlag im OEZ setzen wir gemeinsam im Herzen unserer Stadt ein sichtbares Zeichen der Erinnerung. Die Gedenktafel soll trösten, mahnen und erinnern: München steht zusammen gegen Rassismus, gegen Gewalt, für Menschlichkeit.“