Automatisiert, smart und digital gegen überhöhte Mieten: Münchens neuer Mietenmonitor soll kommen.
15,38 Euro kalt zahlt man laut aktuellem Mietspiegel in München durchschnittlich pro Quadratmeter. Schon das ist im bundesweiten Vergleich viel. Wer auf den gängigen Immobilienportalen nach einer neuen Wohnung sucht, findet aber auch Angebote, die deutlich darüber liegen – teilweise sogar so deutlich, dass der Verdacht von Mietwucher im Raum steht.
Deswegen hat die Stadt einen sogenannten Mietenmonitor entwickelt, der am 24. September im Sozialausschuss des Stadtrats verabschiedet werden soll. Die Fraktion Die Grünen – Rosa Liste hatte das Tool in der vergangenen Amtsperiode gefordert und begrüßt, dass die Verwaltung nun ein entsprechendes Konzept entwickelt hat: Angebote auf Immoportalen werden automatisiert gescannt, um so die Annoncen herauszufiltern, die gegen das Mietrecht verstoßen könnten. Zum Beispiel, weil die entsprechende Wohnung und deren Ausstattung zu einem Preis angeboten wird, der deutlich über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt. Die Vermieter*innen werden dann angeschrieben und darauf aufmerksam gemacht, dass ihr Angebot gegebenenfalls rechtswidrig ist.
Dieses Frühwarnsystem ist wichtig. Ist ein Mietvertrag aber erst einmal geschlossen, ist es für Mieter*innen sehr schwierig, in der Praxis sogar fast unmöglich, eine niedrigere Miete zu erstreiten. Und auch private Vermieter*innen wissen unter Umständen nicht, dass sie mit ihrem Angebot über dem rechtlich Zulässigen liegen.
Clara Nitsche, Vorsitzende der Fraktion Die Grünen – Rosa Liste: „Der Mietenmonitor ist eine smarte, digitale Lösung, um gezielt gegen überhöhte Mieten vorzugehen. Deswegen haben wir Grüne ihn gefordert. Viele Münchner*innen zahlen zu viel für ihre Wohnung, oft, weil sie nicht wissen, dass ihre Mieten rechtswidrig sind – oder sich nicht trauen, dagegen rechtlich vorzugehen. Deswegen müssen wir als Stadt schon vorher hinschauen und dafür sorgen, dass Wohnungen gar nicht erst zu überhöhten Preisen angeboten werden.“