Schmetterling Großen Kohlweissling

Antrag | 04.03.2026

Münchens Natur sichern: Landschaftsschutz jetzt ausweiten!

Antrag

München wächst, die Sommer werden heißer, der Flächendruck steigt. Wenn wir Artenvielfalt, Klimaresilienz und Lebensqualität sichern wollen, müssen wir unsere wertvollen Natur- und Freiräume jetzt dauerhaft schützen.

Das Referat für Klima- und Umweltschutz wird daher gebeten,

  1. die Ausweisung des Moosgrunds als Landschaftsschutzgebiet weiterhin mit Priorität voranzutreiben und dem Stadtrat einen neuen Zeit- und Verfahrensplan vorzulegen;
  2. die Ausweitung des Landschaftsschutzgebiets am Siemens-Sportpark um die südlich und östlich angrenzenden Flächen und den dringend benötigten Geothermie-Standort mit den beteiligten Fachreferaten und Beteiligungsgesellschaften in Einklang zu bringen;
  3. die Ausweisungen der weiteren Landschaftsschutzgebiete „Landschaftspark West“, „Langwieder Heide“ und „Warnberg und Umgebung“ ebenso prioritär voranzutreiben,
  4. eine systematische, gesamtstädtische Prüfung weiterer geeigneter Flächen für neue Unterschutzstellungen auf Basis der derzeit erarbeiteten Flächenkulisse Biodiversität vorzunehmen und priorisierte Vorschläge zu erarbeiten;
  5. dabei insbesondere klimarelevante Flächen wie Frischluftschneisen und Kaltluftentstehungsgebiete sowie ökologisch wertvolle Bereiche wie kleinere Biotope, Uferzonen und Grünzüge in die Schutzüberlegungen einzubeziehen;
  6. ein Zielbild für ein zusammenhängendes Netz geschützter Landschaftsräume und -bestandteile zu entwickeln, das bestehende Schutzgebiete ergänzt und dauerhaft sichert.

Begründung:

Intakte Freiräume erfüllen für München zentrale ökologische und gesellschaftliche Funktionen: Sie bieten Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten, kühlen die Stadt, sichern Frischluftschneisen, speichern Wasser bei Starkregenereignissen und dienen zugleich als unverzichtbare Erholungsräume in einer wachsenden Großstadt. Mit dem starken Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahrzehnte hat die Flächenkonkurrenz jedoch deutlich zugenommen. Dies führt zu einem Verlust naturnaher Freiflächen, steigendem Nutzungsdruck auf verbleibende Grünräume sowie einer erheblich intensiveren Erholungsnutzung, die seit dem Jahr 2000 um rund 40 % gestiegen ist. Untersuchungen im Rahmen des Münchner Biodiversitätsmonitorings zeigen zudem einen Rückgang der kartierten Biotopflächen um rund 260 ha, überwiegend infolge von Überbauung. Zwar entstehen Ausgleichsflächen, diese erreichen jedoch bislang häufig nicht die ökologische Qualität gewachsener Lebensräume.

Die vom Stadtrat beschlossene Biodiversitätsstrategie benennt daher insbesondere auch die Sicherung bestehender Lebensräume sowie den Erhalt und die Weiterentwicklung des Biotopverbunds als zentrale Maßnahmen zum langfristigen Schutz der biologischen Vielfalt.

Angesichts zunehmender Verdichtung und steigender Temperaturen wächst zugleich der klimatische Handlungsdruck. Grün- und Freiflächen mit hoher Bedeutung für Luftaustausch und Bioklima übernehmen als Kaltluftentstehungsgebiete und Frischluftleitbahnen eine wesentliche Funktion für die nächtliche Abkühlung dicht bebauter Stadtbereiche. Die Stadtklimaanalyse der Landeshauptstadt München bestätigt die hohe Bedeutung dieser Durchlüftungsstrukturen. Insgesamt sichern 15 für München relevante Kaltluftleitbahnen den Zufluss kühlender Luftmassen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung, so zum Beispiel im Hachinger Tal, entlang der Isaraue sowie östlich der Aubinger Lohe.

Bestehende Schutzgebiete sind hierfür eine wichtige Grundlage, reichen jedoch allein nicht aus. Die Ausweisung weiterer Landschaftsschutzgebiete beginnend mit dem Moosgrund sowie die systematische Identifizierung zusätzlicher geeigneter Flächen sind erforderlich, um Freiräume, Biodiversität und klimatisch wirksame Landschaftsräume langfristig zu sichern. Ein zusammenhängendes Netz geschützter Landschaftsräume stärkt dabei sowohl die ökologische Vernetzung als auch die klimaökologische Wirksamkeit der Münchner Freiflächen.

Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt
Initiative:
Mona Fuchs
Florian Schönemann
Ursula Harper
Judith Greif
Gunda Krauss
Florian Roth
Christian Smolka
Angelika Pilz-Strasser
Mitglieder des Stadtrates