Münchens Nachtleben darf nicht sterben – Grüner Vorschlag eines „Nachtbürgermeisters“ im Stadtrat

P R E S S E M I T T E I L U N G

David Süß, Betreiber des arrivierten Clubs „Harry Klein“ und Vorsitzender des Verbands der Münchner Kulturveranstalter, warnte vor einiger Zeit davor, „dass München in fünf bis zehn Jahren popkulturell tot sein werde“. Damit Münchens Nachtleben nicht stirbt, hat die Fraktion Die Grünen – rosa liste deshalb vor eineinhalb Jahren beantragt, in München nach Amsterdamer Vorbild (wo es diese Funktion seit 2012 gibt) einen sogenannten Nachbürgermeister zu schaffen. Inzwischen haben zahlreiche Metropolen „Nachtoffizielle“. In London amtiert Amy Lamé seit 2016 als „Night Czar“. In Paris gibt es einen „Conseil de la Nuit“. Und in New York wurde vor kurzem die Funktion des „Senior Executive Director of the Office of Nightlife“ geschaffen. Nun wird München dieser Entwicklung offenbar folgen. Nach Absprache und Diskussionen mit der Münchner Nachtkultur-Szene hat die Stadtverwaltung dem am morgigen Donnerstag, den 26.09.2019 tagenden Sozialausschuss vorgeschlagen, die Funktion eines/einer „Nachtbürgermeisters/meisterin“ unter dem Titel „Nachtbeauftragte/r“ zu schaffen.
Grünen-Fraktionschef Dr. Florian Roth begrüßt den Vorschlag: „Eine Stadt ohne funktionierendes Nachtleben ist
nicht attraktiv – besonders für junge Leute. Deshalb müssen wir eine Vermittlungsinstanz zwischen Szene, Bürgerschaft und Verwaltung schaffen. Ergänzend muss sobald wie möglich – wie in der Beschlussvorlage erwähnt – nach Berliner Vorbild ein Schallschutzfonds zur Vermeidung von Lärmbelästigungen in Höhe von 1 Mio. Euro pro Jahr geschaffen werden. Es geht bei der Stelle aber nicht nur darum, Störungen zu vermeiden und Konflikte zu schlichten, sondern auch positiv um die Entwicklung von Perspektiven, wie Nachtleben funktionieren kann und wie auch in neuen oder neu überplanten Stadtteilen Clubkultur und Popmusik ihren Platz findet.”
Stadträtin Anja Berger kündigt an, dass sie im morgigen Sozialausschuss einen Ergänzungsantrag stellen wird: „Angesichts der Fülle der Aufgaben ist eine einzelne Person ohne Stab und mit geringem Etat überfordert. Deshalb schlagen wir vor, zur Unterstützung eine weitere Personalstelle (Stellvertretung) zu schaffen und die Sachmittel um 50.000 Euro zu erhöhen. Perspektivisch ist in einer wachsenden Metropole eine angemessen ausgestattete ‚Fachstelle Nachtleben‘ notwendig, damit München lebendig und gerade für junge Leute attraktiv bleibt. Denn ein funktionierendes Nachtleben hat eine außerordentlich wichtige soziale und kulturelle Bedeutung für die Stadtgesellschaft.“