Der Disability Pride Month stärkt die Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderung. München wird im Juli 2026 zum ersten Mal einen solchen Aktionsmonat veranstalten. Das hat der Sozialausschuss am Donnerstag beschlossen. Die Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt hatte sich mit dem Behindertenbeirat dafür starkgemacht.
Weltweit wird der Disability Pride Month im Juli gefeiert. Der Disability Pride Month schafft Sichtbarkeit und feiert die Einzigartigkeit von Menschen mit Behinderungen. Menschen mit Behinderung gehen stolz und selbstbewusst auf die Straße und präsentieren geballt ihre Forderungen. Es ist an der Zeit, dass sich auch die Landeshauptstadt München Städten wie Berlin[1] oder New York[2] anschließt und den Disability Pride Month offiziell begeht. Im Rahmen des Disability Pride Month sollen die städtischen Referate dann den Behindertenbeirat bei der Gestaltung unterstützen.
Außerdem soll der Fischbrunnen vor dem Rathaus mit der Disability Pride Fahne beflaggt und durch kurze Erklärtafeln ergänzt werden. Als ein zentrales Symbol der Disability-Pride-Bewegung ist die Flagge für viele Menschen mit Behinderung ein wichtiges Identifikationsmerkmal. Sie zeigt einen anthrazitfarbenen Hintergrund mit fünf diagonalen Streifen. Die Farben der Streifen symbolisieren verschiedene Formen von Einschränkungen. Der anthrazitgraue Hintergrund steht für Trauer und Wut und ehrt gleichzeitig die Menschen, die aufgrund systematischen Ableismus gelitten haben, gestorben sind oder ermordet wurden. In München ist die Disability Pride Fahne bislang kaum bekannt. Umso wichtiger ist ihre sichtbare Präsenz an einem so zentralen Ort in München.
Sofie Langmeier, sozialpolitische Sprecherin Die Grünen/Rosa Liste/Volt: „Viele Menschen mit Behinderung – ob sichtbar oder nicht – versuchen, nicht aufzufallen, nicht schon wieder der*diejenige zu sein, die*der eine Extrawurst braucht. Ich selbst habe aufgrund einer chronischen Erkrankung einen Schwerbehindertenausweis. Ich rede da sehr wenig drüber, denn auch ich erlebe zu oft, dass meine Erfahrungen relativiert werden und ich will auch nicht darauf reduziert werden. Ich freue mich auf die Flaggen am Marienplatz und die Demo und all das, was in diesen Wochen passiert. Ich bin stolz auf meine Stadt, die sich was Inklusion angeht, in so vielen Bereichen auf den Weg gemacht hat. Aber wir wissen alle, dass noch ein weiter Weg vor uns liegt.“