München wächst – und erhält trotzdem Freiräume und -flächen. Die Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt begrüßt, dass die Stadt dazu zwei wichtige Rahmenkonzepte weiterentwickelt und stärkt.
Der Entwicklungsdruck in der Landeshauptstadt ist groß. München muss klimafit werden, die Digitalisierung vorantreiben, mit Wachstumsschmerzen und sozialer Ungleichheit umgehen. In einer Stadt mit begrenztem Raum prallen unterschiedliche Interessen aufeinander, die in Einklang gebracht werden müssen. Es braucht Wohnraum, aber eben auch Freiraum, damit die Stadt auf Dauer lebenswert bleibt. Der Planungsausschuss der Stadt hat am Mittwoch zwei zentrale Handlungskonzepte verabschiedet, die diese Ziele für die Stadt festschreiben.
Mit der „Perspektive München“ legt die Stadt fest, wie sie als Ganzes nachhaltig weiterentwickelt werden kann. Diese Leitlinien wurden im aktuellen Planungsausschuss fortgeschrieben und weiterentwickelt. So wurden beispielsweise die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen in dem Strategiekonzept verankert. Konkreter wird die „Leitlinie Freiraum“, die sich explizit mit den Grün- und Freiflächen der Stadt beschäftigt. Um eine Stadt sinnvoll zu entwickeln, müssen Wohnraum, Mobilität, aber eben auch der Freiraum zusammengedacht werden. Das nun beschlossene Konzept gibt der Stadt grundlegende Leitplanken an die Hand, wie München nicht an seiner Dichte erstickt – trotz Flächenknappheit und Wachstumsdruck.
Die Leitlinien sollen aber kein Papiertiger sein. Deswegen hat das Planungsreferat neun Leitprojekte identifiziert, die verdeutlichen, wie der Freiraumansatz konkret umgesetzt werden kann. Dazu gehört zum Beispiel das umfangreiche Baumpflanzprogramm des Baureferats, das für mehr Grün und Schatten in den Münchner Fußgängerzonen sorgen soll. In der Innenstadt wurden bereits 150 mögliche Standorte für neue Bäume identifiziert, die nun vertieft untersucht werden. Eine weitere, noch nicht umgesetzte Idee ist, in der Altstadt alle 150 Meter durch Bäume, Brunnen oder weniger Beton „coole Orte“ zu schaffen, die an Hitzetagen den Münchner*innen Abkühlung bieten.
Zwei Projekte, die die Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt besonders vorangetrieben haben, befinden sich ebenfalls unter den Leitprojekten. Zum einen der neue Bildungscampus Luitpoldpark. Das Willi-Graf- und das Sophie-Scholl-Gymnasium sowie die Ricarda-Huch-Realschule sollen hier künftig gemeinsam untergebracht werden. Die ursprünglichen Planungen hätten aber einen Großteil der über 550 Bäume dort gefährdet. Die Fraktion hat deswegen erreichen können, dass das Bildungsreferat zusammen mit der TU München ein neues Flächenkonzept erarbeitet. Die benötigten Flächen für den Schulsport sind nun deutlich effizienter gestaltet und fügen sich besser in das bestehende Grün ein. Das Gelände wird bewusst offen und ganzheitlich geplant, nicht als abgeschotteter Schulcampus, sondern als neues Quartierszentrum für Schwabing-West direkt im und am Luitpoldpark.
Ebenso aufgeführt wird der Boulevard Sonnenstraße. Dieses Projekt sieht vor, den ÖPNV, Fuß- und Radverkehr auf dieser wichtigen innerstädtischen Achse zu stärken, für mehr Grün und Aufenthaltsflächen zu sorgen. Die Sonnenstraße soll als „Klimaterrasse“ ein erster Schritt sein, den Altstadtring so weiterzuentwickeln, dass er nicht nur ein Verkehrs-, sondern auch ein Freiraum wird.
Paul Bickelbacher, planungspolitischer Sprecher Die Grünen/Rosa Liste/Volt: „Die Umgestaltung der Sonnenstraße ist seit Jahren ein grünes Herzensprojekt. Das Fundament ist gelegt, um aus diesem grauen Straßenraum einen grünen Boulevard zu machen, der mit Bäumen, Brunnen und Bänken Lust macht, hier zu flanieren und zu verweilen. Natürlich braucht es Geduld und die Umsetzung wird noch etwas dauern. Deswegen ist es umso wichtiger, dass wir den Boulevard in der Freiraumrichtlinie explizit als Zukunftsprojekt hervorheben und sicherstellen, dass an dem Projekt festgehalten wird.“
Florian Schönemann, Stadtrat Die Grünen/Rosa Liste/Volt: „In unserer engen Stadt müssen wir auf wenig Raum unterschiedliche Interessen zusammenbringen. Beim Bildungscampus Luitpoldpark zeigt sich, dass das mit Kreativität und kluger Planung gelingt. Die drei Schulen sollen künftig enger zusammenarbeiten und echte Synergien nutzen. Gleichzeitig werden die Freiflächen so gestaltet, dass möglichst viele alte Bäume erhalten bleiben und die Flächen auch nach Schulschluss für die Öffentlichkeit attraktiv nutzbar sind – am Nachmittag, am Abend und am Wochenende. Es hat sich gelohnt, dass wir Grünen die enge Zusammenarbeit der TU München mit den unterschiedlichsten Referaten, vom Bildungs- über Klima und Umwelt bis hin zu Planungs- und Bau-Referat, vorangetrieben haben.“