München hat eine vielfältige Szene junger Unternehmer*innen. Die Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt will es ihnen deutlich einfacher machen. Wer in der Stadt gründen will, soll alle notwendigen Schritte über eine einzige Anlaufstelle erledigen können: dem „StartAmt“.
Gründen darf kein Spießroutenlauf zwischen verschiedenen Ämtern und föderalen Zuständigkeiten sein. Im „StartAmt“ soll alles auf einer Plattform gebündelt werden, egal, ob es um eine Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt oder eine Steuernummer beim Bund geht. Alle Prozesse, Formulare, Verwaltungskontakte und -dienstleistungen, die für Gründer*innen relevant sind, sollen im „StartAmt“ nur einen Klick entfernt sein. Auch Leistungen der Kammern oder Beratungsangebote sollen hier aufgeführt sein.
Das Projekt „Startuphafen.sh“ aus Schleswig-Holstein macht es vor: Über digitale Schnittstellen zu Gewerbe- und Finanzämtern können Gründer*innen auf dieser Plattform alle bürokratischen Schritte rund um die Unternehmensgründung vornehmen – und zwar rein digital und mit einem einzigen Benutzerkonto, das auf der BundID basiert. Die Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt fordert, das Münchner Gründungsbüro nach diesem Vorbild zu einem „StartAmt“ weiterzuentwickeln. Diese Plattform soll in Kooperation mit weiteren Partner*innen, etwa dem Freistaat und den Kammern, aufgebaut werden.
München ist eine attraktive Stadt für junge Macher*innen. Die neuesten Zahlen des Startup-Verbands zeigen, dass 2025 besonders viele Start-ups gegründet wurden[1]. Mehr als jedes fünfte wurde in Bayern gegründet – und München ist das Zugpferd. In der Landeshauptstadt gibt es die meisten Neugründungen pro Kopf in Deutschland. Doch das kann sich schnell ändern: Laut DIHK-Report Unternehmensgründung 2025 sind inzwischen fast sechs von zehn Gründer*innen unzufrieden mit den Rahmenbedingungen für Gründungen und Unternehmertum in Deutschland[2].
Damit München seine Spitzenposition halten und ausbauen kann, müssen junge Unternehmer*innen hier bessere Bedingungen vorfinden. Das „StartAmt“ ist ein Schlüssel dazu. Darüber hinaus sollen nicht nur diejenigen Unternehmen aufbauen, die selbst aus Gründer*innenfamilien stammen – wie bislang oft der Fall. Deswegen muss Wissen ums Gründen in Schulen, zum Beispiel durch Projekte, vermittelt werden. Wichtig ist dabei auch, gezielt junge Frauen anzusprechen, die in der Start-up-Szene bislang unterrepräsentiert sind. Damit diese im Erwachsenenalter ihren Traum vom eigenen Unternehmen wirklich umsetzen können, muss die Stadt künftig gezielter nach Möglichkeiten suchen, wie Gründer*innen und Selbstständige bei der Kinderbetreuung besser unterstützt werden können.
Sebastian Weisenburger, Fraktionsvorsitzender Die Grünen/Rosa Liste/Volt: „Wer gründet, will seine Idee verwirklichen und nicht im Behörden-Dschungel nach dem Weg suchen müssen. Gründer*innen ist es – zurecht – egal, ob ihre Anträge von Bund oder Kommune bearbeitet werden. Es muss für sie funktionieren, schnell und unkompliziert sein. Genau das leistet das StartAmt, weil man hier an einem Ort, mit einem Benutzerprofil, alles findet, was man braucht. Und zwar digital. Damit Gründer*innen sich um ihre Firmen kümmern können und nicht um Formulare.“
Julia Post war selbstständige Unternehmerin und ist jetzt Landtagsabgeordnete: „Etwas aufzubauen, braucht Beharrlichkeit, Energie, Mut. Wir wollen Menschen, die sich trauen, etwas zu gestalten, Rückenwind geben und sie nicht durch bürokratische Hürden abschrecken. Deswegen ist das StartAmt sinnvoll, aber deswegen müssen wir auch jungen Menschen und gerade Frauen mehr Vorbilder zeigen, damit sie sehen: Gründer*in sein – das geht, und zwar auch für mich!“
[1] https://startupverband.de/presse/pressemitteilungen/rekordjahr-startup-gruendungen-legen-um-rund-ein-drittel-zu–ernst-startups-ziehen-die-deutsche-wirtschaft-nach-vorn-08-01-2026/
[2] https://www.dihk.de/de/newsroom/dihk-report-unternehmensgruendung-2025–157242