Die kinder- und jugendärztliche Versorgung in den Münchner Randgebieten ist teilweise stark angespannt. Die Fraktion die Grünen/Rosa-Liste/Volt fordert gezielte Maßnahmen, um die kinder- und jugendärztliche Versorgung in unterversorgten Vierteln spürbar zu verbessern.
Kinder- und Jugendarztpraxen sind in München ungleich verteilt. Der Münchner Norden und einzelne Viertel sind unterversorgt, zum Beispiel Milbertshofen/Am Hart oder Feldmoching/Hasenbergl.[1] Kinder und Eltern müssen hier lange Wege auf sich nehmen, um medizinische Unterstützung zu bekommen. Und die Lage könnte noch angespannter werden. Schon jetzt sind circa 31 Prozent der Kinder- und Jugendärzt*innen bereits über 60 Jahre alt.[2]
Trotz spürbarer Engpässe in einigen Bezirken gilt München nach der Kassenärztlichen Vereinigung (KVB) als überversorgt.[3] Das hat zur Folge, dass für München derzeit keine zusätzlichen neuen Kassensitze genehmigt werden.[4] Die Fraktion setzt sich dafür ein, dass eine gute medizinische Versorgung nicht vom Wohnort und Geldbeutel abhängt.
Eine wichtige Grundlage dafür bildet das bestehende Münchner Förderprogramm für Arztpraxen.
Neugründungen, Übernahmen, Verlagerungen und Erweiterungen von kinder- und jugendärztlichen Praxen sollen noch gezielter erleichtert werden. Priorität sollen dabei unterversorgte und stark wachsende Stadtteile haben.
Auch sollen neue Kooperationsmöglichkeiten mit der München Klinik und weiteren Trägern geprüft werden, zum Beispiel Tandempraxen oder telemedizinische Angebote. Zudem soll die München Klinik stärker in Nachbesetzungsverfahren für freiwerdende Kassensitze eingebunden werden, um Versorgungsanteile zu sichern und ärztliche Versorgung gezielt in benachteiligte Stadtbezirke zu lenken.
Angelika Pilz-Strasser, gesundheitspolitische Sprecherin Die Grünen/Rosa-Liste/Volt: „Die ambulante kinderärztliche Versorgung in München ist sehr ungleich verteilt. Wo die Stadt wächst und soziale Belastungen hoch sind, kommt es zunehmend zu Aufnahmestopps und lange Wartezeiten. Die Stadt muss gezielt Praxisansiedlungen und neue Kooperationen fördern, um eine wohnortnahe und gerechte Versorgung sicherzustellen.“
Clara Nitsche, stellvertretende Fraktionsvorsitzende Die Grünen/Rosa-Liste/Volt: „Gerade in unterversorgten Stadtteilen müssen wir freiwerdende Kassensitze gezielt sichern. Bei hohen Mieten oder schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen finden Ärzt*innen oft keine Nachfolge. Kooperationen mit der München Klinik könnten in Zukunft hier neue Chancen eröffnen: Durch gemeinschaftliche Versorgungsmodelle wie Tandem-Praxen oder telemedizinische Verbindungen zwischen Praxen und Kliniken.“
[1] https://stadt.muenchen.de/infos/stadtratshearing.html; https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-hausarzt-kinderarzt-verteilung-stadtviertel-1.5512486
[2] https://www.kvb.de/ueber-uns/versorgungsatlas
[3] https://www.kvb.de/ueber-uns/versorgungsatlas
[4] https://www.youtube.com/live/T_l4Wcv7LW0?si=wlC3F8abr_xxLxbs