Mathäser

Antrag | 30.01.2026

Mathäser Filmpalast muss erhalten bleiben!

Antrag

Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung wird beauftragt, für das Areal der Bayerstraße 3-5 (Mathäser Filmpalast) das Instrument einer Veränderungssperre oder ggf. alternative Instrumente zu prüfen, die geeignet sind, den Mathäser Filmpalast zu erhalten und eine neue Mega-Baustelle im Bahnhofsumfeld abzuwenden.

Begründung:

Münchens größtem Kino droht der Abriss. Entsprechende Pläne wurden dem Bezirksausschuss Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt vorgestellt und medial aufgegriffen . Der Investor hat vor, den Kinobau durch einen Neubau mit Büros, Wohnungen und Geschäften zu ersetzen. Filmvorführungen wären wenn dann nur in einem deutlich kleineren Rahmen möglich. Das hätte negative Folgen für Münchens Kinolandschaft, aber auch für die Attraktivität der Innenstadt.

Selbst wenn die betroffenen Investoren versichern, in absehbarer Zeit keine Änderungen vorzunehmen, so gewährt eine positiv beantwortete Bauvoranfrage (Vorbescheid) bereits neues Baurecht.

Der Wegfall des Mathäser Filmpalastes mit fast 4.000 Sitzplätzen in 14 Sälen und des damit größten Kinos Münchens wäre ein dramatischer Verlust für die Filmstadt München, die deutsche Kinobranche, sowie die kulturelle Vielfalt und Attraktivität der Münchner Innenstadt. Er ist eines der umsatzstärksten Kinos in Deutschland, mit modernster technischer Ausstattung, vielfältigem Programm, zahlreichen Premieren-, Sonder- und Branchenveranstaltungen und noch dazu mit hervorragender ÖPNV Anbindung auch ins Münchner Umland, Ein adäquater Ersatz ist kaum vorstellbar.

Während die Fachwelt über graue Energie und Umbau statt Neubau debattiert, werden auf der wirtschaftlichen Ebene exakt gegenteilige Fakten geschaffen und Gebäude weit vor Ablauf ihrer technischen Lebensdauer „entsorgt“. Der Mathäser Filmpalast wurde erst im Mai 2003 eröffnet und würde durch einen Neubau ersetzt.

Durch einen Abriss des Kinos würde die Dauerbaustelle rund um den Hauptbahnhof zudem noch größer und langfristiger. Die Gegend um den Hauptbahnhof ist ohnehin geprägt von vielen Baustellen, die zu massiven Herausforderungen führen. Die hohe bauliche Verdichtung, langjährige Großprojekte und temporäre Verkehrsführungen belasten den öffentlichen Raum erheblich und stellen Verwaltung, Stadtgesellschaft und lokale Akteur*innen vor große organisatorische, soziale und wirtschaftliche Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund ist es dringend geboten, weitere großflächige Baustellen im unmittelbaren Umfeld zu vermeiden und vorhandene Strukturen mit Augenmaß, Verantwortung und langfristiger Perspektive zu sichern.

Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt
Initiative:
Paul Bickelbacher
Angelika Pilz-Strasser
Ursula Harper
Sibylle Stöhr
Christian Smolka
Sebastian Weisenburger
Florian Schönemann
Mona Fuchs
Mitglieder des Stadtrates

Fotohinweis: Von Richard Huber – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5179715