Aufnahme von einem Innenhof mit Bäumen

Pressemitteilung | 18.11.2025

Lindenschmitstraße: Wegweisendes Urteil für grüne Hinterhöfe

Ein Erfolg für die Bürgerinitiative in der Lindenschmitstraße 25: Der grüne Hinterhof darf vorerst nicht bebaut und die dortigen alten Bäume dürfen nicht gefällt werden. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat der Beschwerde eines Naturschutzverbandes im Eilverfahren stattgegeben. Der Senat stellte fest, dass das Bauvorhaben der geplanten „Townhäuser“ sich nicht in die nähere Umgebung einfügt. Es gibt daher keinen Anspruch auf eine Baugenehmigung – infolgedessen dürfen auch keine Bäume gefällt werden.

Die Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt begrüßt die Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes. Sie könnte auch für andere Nachverdichtungsprojekte eine Signalwirkung haben. Es ist nun umso wichtiger, dass die aktuelle Genehmigungspraxis der Lokalbaukommission überprüft wird.

Sibylle Stöhr, stellvertretende Fraktionsvorsitzende Die Grünen/Rosa Liste/Volt: „Wir fordern schon seit langem, dass bei der Genehmigung von Bauprojekten ein Kulturwandel stattfinden muss. Es ist wichtig Wohnraum zu schaffen. Doch dieser muss vor allem bezahlbar sein. Gleichzeitig müssen wir darauf achten, dass wertvolles Grün, das wichtig für die Stadtviertel ist, erhalten bleibt. Baurecht steht leider weiterhin vor dem Baumschutz. Aber durch das Urteil werden endlich Kontrollmöglichkeiten für Baugenehmigungen eröffnet, die vorher so nicht da waren.“

Anja Berger, Stadträtin Die Grünen/Rosa Liste/Volt, die selbst in Sendling lebt: „Bei der Lindenschmitstraße haben alle an einem Strang gezogen: die Bürger*inneninitiative, der Bezirksausschuss, engagierte Stadträt*innen, der Naturschutzverband Wildes Bayern und versierte Jurist*innen. Ihr Erfolg ist eine gute Nachricht für alle Menschen in Sendling. Von grünen Innenhöfen profitieren wir alle. Die Lokalbaukommission sollte aus dem Richterspruch nun auch Konsequenzen ziehen und die Baugenehmigung zurückziehen.“

Christian Hierneis, Landtagsabgeordneter Bündnis 90/Die Grünen: „Das Urteil zeigt, dass die LBK mal wieder vorschnell eine Baugenehmigung erteilt hat. Doch es ist richtungsweisend über München hinaus. Wir sehen darin eine wichtige Stellschraube, um den Grundsatz ,Baurecht vor Baumschutz‘ anzugehen. Denn das ist überfällig. Nachverdichtung und der Verlust von Grün ist nicht nur ein lokales Thema, in Zeiten der Klimakrise müssen wir unseren Baumbestand konsequent und besser schützen.“