Antrag | 09.02.2026

Immobilien von kirchlichen und nicht gewinnorientierten Organisationen in eine gemeinnützige Nutzung überführen I – frühzeitig Konzepte für eine gemeinwohlorientierte Zwischen- und Nachnutzung erarbeiten

Antrag
Die Verwaltung wird beauftragt, sich mit den Kirchen und weitere nicht gewinnorientierten Organisationen ins Benehmen zu setzen, um die absehbar freiwerdenden Immobilien abzufragen und gemeinsam mit diesen Konzepten für gemeinwohlorientierte Zwischen- und Nachnutzung zu erarbeiten.

Begründung:
Sinkende Mitgliederzahlen zwingen die Kirchen zum Handeln. Einige Gebäude sollen umgebaut, vermietet oder verkauft werden. Allein in Bayern stehen bei der Evangelischen Kirche 6000 Immobilien auf dem Prüfstand. Darüber hinaus schließen auch in bester innerstädtischer Lage zunehmend Wohnheime und Pflegeeinrichtungen kirchlicher und nicht gewinnorientierter Organisationen, beispielsweise

  • das Caritas Jugendwohnheim Zieblandstraße
  • das Diakoniewerk Maxvorstadt
  • die Geburtsklinik an der Taxisstraße

Eine gemeinwohlorientierte Zwischen- und Nachnutzung, beispielsweise als Wohnraum für Auszubildende, Studierende, Genossenschaften oder Mietenden mit kleineren und mittleren Einkommen bietet eine einmalige Chance, die laufende Gentrifizierung innerstädtischer Viertel abzufedern und die soziale Durchmischung in diesen Vierteln durch vielfältige Wohnangebote für verschiedene Einkommensgruppen sicherstellen.

Das Josefs-Heim in Haidhausen wurde bereits kürzlich zum Höchstpreis an einen Investor verkauft. Mit dieser Entwicklung geht nicht nur erschwinglicher Wohnraum auf Dauer verloren. Mit der Verwertung zu Höchstpreisen wird die Gentrifizierung an vielen Stellen weiter verstärkt und Menschen verlieren nicht nur ihre Wohnung, sondern auch ihre Heimat in ihrem Stadtviertel, in dem sie seit Jahrzehnten leben. Diese Entwicklung ist für die jeweiligen Stadtviertel dramatisch. Es sollten Wegen für eine gemeinwohlorientierte Zwischen- und Nachnutzung gefunden werden.

Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt
Initiative:
Sibylle Stöhr
Paul Bickelbacher
Angelika Pilz-Strasser
Ursula Harper
Christian Smolka
Sebastian Weisenburger
Florian Schönemann
Gudrun Lux
Dr. Florian Roth
Sofie Langmeier

Mitglieder des Stadtrates