Antrag
Das Gesundheitsreferat (GSR) wird beauftragt, bei der Weiterentwicklung der Hitzeschutzmaßnahmen nachfolgende Punkte umzusetzen, um die Bevölkerung – insbesondere gefährdete Personengruppen und von Armut betroffene Menschen – noch besser vor gesundheitlichen Belastungen in Hitzeperioden zu schützen.
Folgende Maßnahmen sollen deshalb möglichst zügig umgesetzt werden:
Entwicklung eines Signets (Wort-Bild-Marke) für kühle Orte und für Trinkbrunnen bzw. „Wassertankstellen“
Durch eine einheitliche Kennzeichnung vor Ort werden bereits bestehende kühle Orte im öffentlichen Raum (z.B. Kirchen, klimatisierte Gebäude, Museen, öffentliche Einrichtungen) sichtbar gemacht. Ziel ist es, der Bevölkerung schnell und niedrigschwellig Orientierung zu bieten, wo sie bei extremer Hitze Abkühlung finden oder etwa eigene Wasserflaschen auffüllen können. Diese Kennzeichnung ergänzt die digitalen Informationen auf der Webseite der Landeshauptstadt.
Die Verwendung dieser Wort-Bild-Marke soll grundsätzlich allen Einrichtungen und Institutionen offenstehen. Sie wird digital zur Verfügung gestellt, die Verwendung wird aber an Vorgaben gekoppelt, um Missbrauch zu vermeiden. Bei der Wahl des Mediums sind die Verwender*innen frei, möglich sind etwa ein Schild oder eine Beachflag.
Zielgruppenspezifische Informationskampagnen
Es werden einfache, klare und leicht verständliche Informationsmaterialien entwickelt, die speziell auf die Bedürfnisse von vulnerablen Menschen und von Armut betroffenen Menschen zugeschnitten sind. Die Materialien sollen insbesondere in Hausarztpraxen und Apotheken ausgelegt und dort auch aktiv an die Zielgruppe verteilt werden. Desweitern sind weitere relevante Verteilstellen zu identifizieren und zu bestücken.
Digitale Hitzewarnung und Hitzetipps
Bestandteil der Informationskampagnen soll auch die Information über Hitzeschutz-Apps, wie etwa die des Robert-Koch-Instituts, sein. Zudem sollen Wege gefunden werden, wie die Informationen des GSR auf der Webseite: https://stadt.muenchen.de/infos/hitze-gesundheit.html noch besser bekannt gemacht werden können. Weiter soll ein WhatsApp-Kanal aufgebaut werden, der die Social-Media-Aktivitäten des GSR ergänzt und sich auf Themen rund um Hitzeschutz fokussiert.
Hitzeschutz bei städtischen Freiluft-Veranstaltungen
Die Veranstalter sollen beim Erstellen von Hitzeschutzplänen unterstützt werden. Weiter ist zu prüfen, ob das Erstellen solcher Pläne für Open-Air-Veranstaltungen verpflichtend gemacht werden kann.
Fester Ansprechpartnerin für Hitzeschutz
Das Gesundheitsreferat informiert bereits heute relevante Einrichtungen über Hitzeschutzmaßnahmen. Damit diese Informationen alle relevanten Personen in den jeweiligen Einrichtungen erreichen und beachtet werden, soll das GSR darauf hinwirken, dass dort jeweils eine Hitzeschutzbeauftragter installiert wird.
Begründung
München muss auf den Klimawandel und zunehmende Hitzewellen mit extremen Temperaturen umfassend reagieren. Das betrifft insbesondere zwei Aspekte:
Die Stadt muss in ihrer Gesamtheit klimaresilienter werden, beispielsweise durch Entsiegelung, mehr Bäume, den Schutz von Frischluftschneisen oder die Umsetzung des Schwammstadtprinzips.
Zugleich müssen die Einwohner*innen in die Lage versetzt werden, Hitzeperioden bestmöglich zu bewältigen und gesundheitliche Risiken so weit wie möglich zu minimieren. In der Bevölkerung ist bereits viel Wissen vorhanden, jedoch nicht bei allen und nicht bei allen ausreichend.
Dieser Antrag setzt beim zweiten Punkt an: Richtiges Verhalten bei großer Hitze ist umfassender als viel trinken. Die vorgeschlagenen Maßnahmen bauen auf bestehenden Strukturen auf, schließen Lücken im bisherigen System und stärken die Eigenverantwortung und Handlungsmöglichkeiten insbesondere vulnerabler Gruppen. Sie tragen dazu bei, Hitzeschutz sichtbar, konkret und lebensnah in den Alltag der Menschen zu integrieren.
Das GSR ist bei der Herausforderung „gesundheitlicher Hitzeschutz“ bereits sehr aktiv, die Maßnahmen werden regelmäßig überprüft und erweitert. Die oben genannten Punkte sollen Teil dieser Weiterentwicklung sein, z.T. auch aktuelle Maßnahmen ergänzen oder dazu beitragen, sie praxisnäher zu gestalten; etwa durch den Aufbau einer Wort-Bild-Marke für kühle Orte.
Besonders gefährdete Gruppen, wie ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen, von Armut betroffene Menschen, Kleinkinder und Schwangere benötigen gezielte Informationen, um ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden während dieser kritischen Wetterbedingungen zu schützen. Dies wurde auch in diesem Jahr bereits sehr deutlich.
| Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt | |
| Sofie Langmeier Angelika Pilz-Strasser David Süß Clara Nitsche Judith Greif Thomas Niederbühl Gunda Krauss Mitglieder des Stadtrats |