Grüne beantragen Hearing über Hass und Gewalt in der Musik

P R E S S E M I T T E I L U N G

Hass und Gewalt in Texten von Musikern der Stilrichtung Dancehall sowie Gangsta- und Porno-Rap ist ein besorgniserregender Trend, der auch in München schon zu Auseinan-dersetzungen geführt hat. Ein Vertreter des jamaikanischen Dancehall, der kürzlich auch in München aufgetreten ist, wurde mittlerweile mit einem EU-weiten Einreiseverbot belegt. Die Texte fallen durch frauenverachtende und homophobe Inhalte auf und gehen zum Teil soweit, zur Gewalt gegen Frauen und insbesondere gegen Lesben und Schwule aufzurufen.

Diese Entwicklung soll jetzt auf Antrag von Stadträtin Lydia Dietrich (Grüne) und Stadtrat Thomas Niederbühl (rosa liste) in einem Stadtratshearing thematisiert werden, an dem das städtische Jugendamt, die Gleichstellungsstelle und die Koordinierungsstelle für gleich-geschlechtliche Lebensweisen ebenso teilnehmen sollen wie die Jugendverbände, Konzertveranstalter und Hallenbetreiber.

Lydia Dietrich: „Auf Bundesebene kann man zumindest Konzerte von entsprechenden Musikern oder Gruppen, soweit sie aus anderen Ländern kommen, über Einreiseverbote verhindern. Gegen deutsche Vertreter dieser Musikrichtungen, die ihre mit Hass und Gewalt vollgespickten Texte auf Konzerten verbreiten, ist dieses Instrument allerdings wirkungslos – ebenso wie gegen die Verbreitung über CDs. Diese Situation ist unhaltbar. Hier wird unter dem Deckmantel der Kunstfreiheit Musik unter Jugendliche gebracht, die in keiner Weise mit dem Jugendschutz vereinbar ist. Die Texte sind auch nicht mit einem Menschenbild vereinbar, dem Würde und persönliche Freiheit als Grundrechte zugestanden werden.“

Thomas Niederbühl: „Im Sinne eines umfassenden Jugendschutzes muss geklärt werden, welche Songs auf den Index genommen, welche Konzerte verboten und welche Musiker auch strafrechtlich belangt werden müssen. Darüber hinaus bedarf es der Aufklärung und Information über die Gefahren, die sich aus gewaltverherrlichenden und dis-kriminierenden Songtexten ergeben. Es kann nicht zugelassen werden, dass Jugendliche mit Texten zugedröhnt werden, die ein fruchtbarer Nährboden für Vorurteile und Gewalt, Ausgrenzung und Diskriminierungen sein können. Ein völliges Verbot bestimmter Stilrichtungen steht selbstverständlich nicht zur Debatte.“