Gerade nach Feiertagen sind Wertstoffinseln nicht nur übervoll, sondern mit Glasflaschen regelrecht umstellt. Die Konsequenz: verärgerte Anwohnende und so mancher Scherbenhaufen. Im Kommunalausschuss wurde an diesem Donnerstag eine Strategie gegen die Glasmüllflut vorgestellt. Doch leider bleibt diese hinter ihren Möglichkeiten zurück, kritisieren Die Grünen/Rosa Liste/Volt.
Für die Sammlung von Altglas ist das Duale System zuständig, mit dem die Stadt, konkret der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWM), Verträge abgeschlossen hat. Dieses hat in München die Firmen Remondis und Wittmann beauftragt, Glas und auch Wertstoffe zu sammeln. Der AWM hat nun erfolgreich verhandelt, dass die Firmen des Dualen Systems die Glascontainer öfter leeren und reinigen lassen. Remondis plant zudem, Gastronomiebetrieben eigene Container anzubieten, damit diese ihr Altglas nicht mehr an den Wertstoffinseln abgeben müssen.
Für die Tage zwischen den Jahren und Silvester werden die Glascontainer künftig noch häufiger geleert, bei Bedarf sogar täglich außer an Sonn- und Feiertagen. So soll sichergestellt werden, dass sie vor den Silvestertagen weitestgehend leer sind. An ausgesuchten Standorten sollen darüber hinaus für diese Zeit weitere Altglascontainer aufgestellt werden. Remondis plant das bereits konkret für Feierhotspots in Schwabing oder am Gärtnerplatz. Der AWM prüft, ob während der Winterferienzeit Altglas auch an den Wertstoffhöfen gesammelt werden kann.
All das sind Bausteine, um Altglas besser und bürger*innenfreundlicher zu sammeln. Allerdings gehen die Vorschläge nicht weit genug, kritisiert Christian Smolka, Stadtrat Die Grünen/Rosa Liste/Volt:
„Altglas sorgt gerade nach Feiertagen immer wieder für Ärger an den Wertstoffinseln. Die Referatsvorlage ist leider sehr unambitioniert. Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten, neue Standorte für Glascontainer zu finden. Die Stadt könnte zum Beispiel mit Supermärkten verhandeln. Meiner Erfahrung nach gibt es dafür im Handel auch Offenheit. Gerade große Discounter haben oft Parkplätze, an denen es Platz für eine Sammelstelle gibt. Besonders gut wäre es, wenn es neben diesen Containern noch einen Abstellplatz für Lastenräder gäbe. Dann könnten die Münchner*innen umweltfreundlich zum Supermarkt radeln und gleich gebündelt ihren Glasmüll abgeben.“