Mehr Schulwegsicherheit für Giesing: Der Giesinger Berg bekommt sichere Rad- und Fußwege. Und auch die Martin-Luther-Straße steht kurz vor dem Beschluss. Im Mobilitätsausschuss am Mittwoch wurde der Stadtrat über den Stand des Projekts informiert.
Am Giesinger Berg beginnen am 16. März die lang erwarteten Arbeiten. Weil die Stadt noch auf Fördermittel des Bundes gewartet hat, startete der Bau nicht wie ursprünglich geplant schon im letzten Jahr. Diese Wartezeit wird durch 616.000 Euro Bundesmitteln aber wieder wett gemacht.
Nun wird innerhalb eines Jahres der Giesinger Berg so umgestaltet, dass Fußgänger*innen und Fahrradfahrer*innen hier sicher unterwegs sein können. Bergauf wird es künftig getrennte Wege für Radler*innen und Fußgänger*innen geben – bislang teilen sich beide ein schmales Trottoir. Bergab wird der bereits bestehende Radweg auf zwei Meter verbreitert. Für den Autoverkehr bleibt es künftig bei zwei Fahrspuren bergauf, aber nurmehr einer bergab. An der Kreuzung Ichostraße/Silberhornstraße werden künftig die Querungsmöglichkeiten verbessert. Gerade für die Kinder, die die Ichoschule besuchen, ist das ein wichtiger Schritt hin zu mehr Schulwegsicherheit! Gleichzeitig wird so endlich ein barrierefreier Übergang über diese große Kreuzung geschaffen.
Direkt anschließend läuft an der Martin-Luther-Straße derzeit noch der Verkehrsversuch mit gelb abmarkierten Fahrradwegen. Die Ergebnisse des Versuchs befinden sich derzeit in der vorgesehenen Anhörung der Bezirksausschüsse und können direkt daran anschließend im Stadtrat behandelt werden.
Die CSU-Fraktion im Rathaus hat immer wieder mit Eilanträgen versucht, den Radwegausbau am Giesinger Berg und an der Martin-Luther-Straße zu verhindern. Das ist nun nicht gelungen. Die Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt begrüßt das ausdrücklich. Eine Kehrtwende wäre Steuerzahler*innen teuer zu stehen gekommen: Denn die Stadt hätte den für den Giesinger Berg bereits beauftragten Baufirmen Leistungen bis zu drei Millionen Euro erstatten müssen.
Ebenfalls gescheitert ist in der aktuellen Sitzung des Mobilitätsausschusses ein von der CSU versuchter Stopp des Radwegausbaus an der Boschetsrieder Straße. Auch dieser Umbau ist seit langem beschlossen und hat zudem bereits begonnen.
Gudrun Lux, mobilitätspolitische Sprecherin der Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt: „Sicher den Giesinger Berg hoch und runterradeln können: Das ist der explizite Wunsch vieler Giesinger Familien. Das zeigt nicht zuletzt die Petition, mit der Menschen vor Ort in der vergangenen Woche nochmal Druck für einen Umbau gemacht haben. Die CSU wollte das verhindern – und hat es an der Boschetsrieder Straße ebenfalls versucht. Wenn das mal keine Ideologie ist: Die CSU will zwei wichtige Projekte, die für mehr Verkehrssicherheit sorgen, mit aller Kraft stoppen – obwohl diese längst in der Umsetzung sind. Dass dadurch hohe Kosten entstanden wären, und das völlig ohne Not, ist den Christsozialen offensichtlich egal. Doch für uns ist klar: Verkehrssicherheit, vor allem für unsere Kinder, ist nicht verhandelbar.“
Christian Smolka, Stadtrat Die Grünen/Rosa Liste/Volt: „Die CSU steht für volle Fahrt zurück in die 80er Jahre. Alle Untersuchungen der Stadt zeigen, dass Menschen immer mehr mit dem Fahrrad und zu Fuß unterwegs sind[1]. Der Autoverkehr nimmt immer mehr ab. Trotzdem will die CSU in Zeiten zurück, als am Giesinger Grünspitz noch ein Parkplatz war. Nicht mit uns! Wir wollen unsere Stadt so gestalten, dass alle Menschen, die täglich unterwegs sind sicher und gut vorankommen. Deswegen müssen wir den Straßenraum gerechter verteilen. Am Giesinger Berg und in der Boschetsrieder Straße geschieht das nun.“
[1] https://muenchenunterwegs.de/presse/srv-ergebnisse-2023#:~:text=Neue%20Mobilit%C3%A4tsstudie:%20M%C3%BCnchner*innen%20gehen,von%2034%20auf%2024%20Prozent.