Antrag
Wer in München gründen will, soll alle notwendigen Schritte über eine einzige Anlaufstelle erledigen können: Beim „StartAmt“ für Münchens Gründer*innen.
Ob Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt im städtischen Kreisverwaltungsreferat, Anmeldung beim Finanzamt oder Steuernummer vom Bund – über einen einzigen zentralen Zugang beim „StartAmt“ sind alle notwendigen Formulare und Prozesse nur einen Klick weit entfernt. Unabhängig davon, welche föderale Ebene zuständig ist – die im Gründungsprozess relevanten Verwaltungskontakte und -dienstleistungen laufen dort ebenso zusammen wie die Beratungsangebote und Leistungen der Kammern sowie weitere Angebote Dritter.
Vorbild soll das Projekt „Startuphafen.sh“ des Amtes Eiderstedt, der PCT digital GmbH und der IHK Flensburg sein, das u.a. mit Fördermitteln des Landes Schleswig-Holstein eine Gründungsplattform entwickelt hat: Über digitale Schnittstellen zu Gewerbe- und Finanzämtern können auf dieser Plattform mit einem einzigen Benutzerkonto basierend auf der BundID alle bürokratischen Schritte rund um die Unternehmensgründung erfolgen – und zwar rein digital[1].
Das Referat für Arbeit und Wirtschaft wird daher beauftragt, das „Münchner Gründungsbüro“ zu einem „StartAmt“ für Münchens Gründer*innen weiterzuentwickeln und in Kooperation mit dem Freistaat, den Kammern sowie zusätzlichen geeigneten Projektpartnerschaften eine entsprechende Plattform aufzubauen. Dabei ist zu prüfen, inwiefern Teile des bereits existierenden Modells aus Schleswig-Holstein übernommen werden und inwiefern auch bereits Schnittstellen mit dem von der Bundesregierung angekündigten Webportal zur digitalen Anmeldung von Unternehmen mitgeplant werden können.
Begründung:
München ist eines der attraktivsten Gründungszentren Europas und der Welt. Die Stadtgesellschaft profitiert in vielfältigster Weise von ihrem heterogenen, innovativen und wirtschaftlich leistungsstarken Startup-Ökosystem.
Doch dass das so bleibt, ist in keinem Fall selbstverständlich. Der aktuelle Report[2] der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) zeigt, dass die Attraktivitäts-verluste Deutschlands als Gründungsstandort im Vergleich zum Vorjahr recht deutlich ausfallen und mittlerweile eine Mehrheit der Gründer*innen unzufrieden mit dem Standort ist. Klar ist auch, was sich aus Sicht der Gründer*innen ändern muss: Schnellere und einfachere Regularien werden an erster Stelle genannt. Bürokratieabbau, effiziente Verwaltungsprozesse sowie schnell auffindbare Informationen und Anlaufstellen gehören deshalb in den Fokus – ganz besonders in Startup-Hotspots wie München.
Wer hier gründet, soll nicht auf ein komplexes Dickicht an Formularen, Regularien und Ansprechpersonen stoßen. Wer hier gründet, soll bei einer zentralen Anlaufstelle der Stadt alle Prozesse erledigen und alle Informationen auffinden können, die zum Gründen notwendig und hilfreich sind. Das Vorzeigeprojekt „Startuphafen.sh“ aus Schleswig-Holstein zeigt, wie es gehen kann, alle Gründungsschritte digital über eine einzige Plattform abzuwickeln. Gleichzeitig sollen Gründer*innen beim Münchner „StartAmt“ auch alle allgemein relevanten sowie München-spezifischen Informationen z.B. zu hilfreichen Netzwerken, Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung und Unterstützungsangeboten der Landeshauptstadt München und Dritter erhalten.
| Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt |
| Initiative: Sebastian Weisenburger Beppo Brem Clara Nitsche Anja Berger Gudrun Lux Felix Sproll Mitglieder des Stadtrates |
[1] https://www.dihk.de/de/themen-und-positionen/wirtschaftspolitik/gruendung-und-nachfolge-unternehmensfinanzierung/unternehmensgruendung/mehrheit-der-gruender-unzufrieden-mit-standortbedingungen-137868
[2] https://startupsh.de/2025/04/04/launch-des-startuphafen-sh/