Die Münchner Geschichte endet nicht 1972

ANTRAG

Die Münchner Geschichte endet nicht 1972
– die Dauerausstellung „Typisch München“ im Stadtmuseum aktualisieren

Der Stadtrat möge beschließen:

Das Stadtmuseum verändert den letzten Teil der Ausstellung „Typisch München“. Die derzeitige Reduzierung auf Biergarten, FC Bayern und BMW wird zugunsten der Darstellung der Vielfältigkeit der Stadtgesellschaft und der Stadtentwicklung verändert.

Begründung:

Im Stadtmuseum ist die stadthistorische Ausstellung „Typisch München“ erfolgreich neue Wege gegangen um die Stadtgeschichte zu präsentieren und auch neue Besuchergruppen anzusprechen. Dies ist mit unkonventionellen Ideen und Ausstellungsformen gelungen.

Leider endet die Kreativität der Ausstellungsformen so um das Jahr 1970 herum. Hier befindet sich in der Ausstellung nur noch ein Modell der Allianz-Arena, eine Biergartenandeutung, ein Fahrzeug das auf BMW hindeutet und ein Film wird in Endlosschleife gezeigt. Dieser Film, der im Großen und Ganzen an den Werbefilm der Stadtsparkasse erinnert, zeigt zwar etwas mehr an Münchner Geschichte – in einigen Sekundenausschnitten sogar Szenen von Demonstrationen – aber in der Gesamtaussage bedient er auch nur das Werbeklischee der Stadt.

Jetzt ist es zwar verständlich, dass die letzten Jahre in der Ausstellung lieblos behandelt werden, da ja geplant ist, in einer weiteren Dauerausstellung sich der Gegenwart zu nähern. Diese Dauerausstellung jedoch soll erst entstehen, wenn der zweite Bauabschnitt fertiggestellt ist. Da noch nicht einmal der Wettbewerb über die Frage dieses zweiten Bauabschnittes ausgelobt ist, darf sicherlich davon ausgegangen werden, dass sich dies noch einige oder mehrere Jahre hinziehen wird.

Deshalb sollte auch in der jetzigen Dauerausstellung ein Weg gefunden werden, wie die letzten vierzig Jahre der Stadtentwicklung und Stadtgeschichte vielschichtiger und differenzierter dargestellt werden können.

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen – rosa liste
Initiative: Siegfried Benker