Pressemitteilung | 09.02.2026

Bezahlbaren Wohnraum erhalten: Grüne Rathausfraktion fordert Gründung einer bayernweiten, gemeinnützigen Auffanggesellschaft

Bezahlbarer Wohnraum in München ist knapp. Gleichzeitig kommen immer mehr kirchliche Immobilien auf den freien Markt. Mieter*innen in diesen Häusern sind in großer Sorge, ihre meist günstige Wohnung zu verlieren. Die Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/ Volt fordert, die Menschen, die in diesen Häusern wohnen, stärker zu unterstützen. Die Fraktion schlägt vor, eine bayernweite, gemeinnützige Auffanggesellschaft zu gründen.

Die Kirchen sind im Umbruch, so auch ihre Immobilien. Allein in Bayern stehen laut Presseberichten bei der Evangelischen Kirche 6000 Immobilien auf dem Prüfstand.[1] Zusätzlich schließen viele kirchliche Einrichtungen oder Beratungsstellen. Bekannte Beispiele in München sind das Caritas Jugendwohnheim Zieblandstraße, das Diakoniewerk Maxvorstadt und die Geburtsklinik an der Taxisstraße. Auch das Josefs-Heim in Haidhausen wurde kürzlich zum Höchstpreis an einen Investor verkauft.

Um dieser dramatischen Entwicklung etwas entgegenzusetzen, fordert die Fraktion, frei werdende kirchliche Gebäude und Immobilien für eine gemeinwohlorientierte Zwischen- und Nachnutzung umzunutzen. Perspektivisch soll in den Immobilien bezahlbarer Wohnraum entstehen. Davon profitieren Auszubildende, Studierende, Genossenschaften sowie Mieter*innen mit kleinen und mittleren Einkommen. Auch kann so der zunehmenden Gentrifizierung in der Innenstadt gezielt entgegengewirkt werden.

Um bezahlbaren Wohnraum zu schützen, schlägt die Fraktion noch ein weiteres Instrument vor: Eine bayernweite, gemeinnützige Auffanggesellschaft. Der Freistaat Bayern soll dabei die Federführung übernehmen, gemeinsam mit Kirchen und weiteren nicht-gewinnorientierten Organisationen. Interessierte Kommunen sollen sich ebenfalls beteiligen können.

Sibylle Stöhr, Stadträtin Die Grünen/ Rosa Liste/ Volt:
„Wir brauchen mehr bezahlbare Wohnungen. Dabei müssen wir nicht nur mehr bauen, sondern auch den bezahlbaren Wohnraum schützen, der schon da ist. Wir beobachten, dass immer mehr kirchliche Immobilien in Bieterverfahren auf den Markt geworfen werden. Deshalb fordern wir eine gemeinwohlorientierte Zwischen- und Nachnutzung, um neuen Wohnraum zu schaffen – denn wir wollen den Charakter unserer innenstädtischen Viertel erhalten. Wir wollen aber noch einen Schritt weiter gehen mit einer bayernweiten gemeinnützigen Auffanggesellschaft zusammen mit dem Freistaat, den Kirchen und weiteren gemeinwohlorientierten Organisationen.“


[1] https://www.merkur.de/lokales/muenchen-lk/putzbrunn-ort29323/die-evangelische-kirche-muss-sich-von-vielen-gebaeuden-trennen-94107980.html