München braucht Raum für Kunst- und Clubkultur. Die Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt will deswegen schon jetzt die Chancen nutzen, die eine eventuelle Neuentwicklung des gesamten Areals vom Viehhof bis zum Großmarkt bietet und diese Nutzungen von Anfang an mitgedacht werden.
Clubkultur, Kreativszene, Kunsthandwerk und Gastronomie: Am ehemaligen Viehhof hat sich seit 2015 eine vielfältige alternative Szene etabliert. Der Bahnwärter Thiel und seine Nachbar*innen haben Fans in ganz München und weit über die Stadtgrenzen hinaus – allerdings ist die Nutzung bis 2027 begrenzt. Die dortigen Künstler*innen und Kreativen können deswegen nicht langfristig planen, investieren und sich auf dem Gelände weiterentwickeln.
Allerdings werden im Quartier die Karten gerade neu gemischt. Weil sich der Investor zurückgezogen hat, muss die Stadt nun überlegen, wie sie das Großmarktareal entwickeln will. Die Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt spricht sich dafür aus, dass hier ein gemischtes Quartier mit Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Kultur entsteht, sofern sich für den Großmarkt ein Standort am Stadtrand oder außerhalb der Stadtgrenzen findet. Dabei sollte nicht nur das Großmarktgelände betrachtet, sondern das gesamte Schlachthof- und Viehhofareal planerisch mit einbezogen werden.
Diese innenstadtnahen Flächen gehören zu den letzten in städtischer Hand, hier kann und muss die Stadt gestalten. Bezahlbares Wohnen ist die Kernfrage in München, doch Stadtviertel, in denen man gerne lebt, dürfen keine Bettenburgen sein. Raum für (Nacht-)Kultur ist in der Stadt begrenzt und schwindet. Wenn im Süden ein neues Quartier entsteht, müssen Räume für Clubs, Kreative, Bandproben, Werkstätten und Ateliers von vornherein mit eingeplant werden.
David Süß, kulturpolitischer Sprecher Die Grünen/Rosa Liste/Volt: „In ganz Europa sterben die Clubs, weil Räume fehlen. In München wird es für die Nachtkultur immer enger, auch beliebte und wichtige Orte wie der Bahnwärter sind leider nur eine Zwischennutzung. Wir haben im Münchner Süden eine einmalige Chance, das ganze Areal vom Viehhof bis zum Großmarkt ganz neu zu denken. In Sendling würde so eine einzigartige Vielfalt entstehen: Mit HP8, Volkstheater, Subkultur und Freiräumen für junge Menschen. Planungsprozesse sind langwierig. Deswegen müssen wir diese Orte schon heute mitdenken, damit sie in Zukunft auch wirklich entstehen können und Bestehendes nicht vertrieben wird.“