Pressemitteilung | 28.10.2020

Rückschlag für die Verkehrswende: Pop-up-Radwege werden abgebaut

Der Stadtrat hat heute beschlossen, die erfolgreichen Pop-Up-Bikelanes nicht weiterzuführen, sondern abzubauen. Ein Änderungsantrag der Grünen – Rosa Liste auf Beibehaltung der Pop-Up-Radwege scheiterte heute im Mobilitätsausschuss an einer schwarzroten Mehrheit.
Stadträtin Gudrun Lux bezeichnete diese Entscheidung als „Rückschlag für die nötige Mobilitätswende in München“ und warnte vor Sicherheitsrisiken, die nun durch den Wegfall des bisher für den Radverkehr reservierten Straßenraums entstünden.

Gudrun Lux: „Wer sich in München ernsthaft für die Neuverteilung des Straßenraums einsetzt, kann die heutige Entscheidung nur bedauern. Sie weist in die völlig falsche Richtung, denn dem Radverkehr, der sich an den Pop-Up-Bikelanes deutlich erhöht hat, wird nun ein Stück neu gewonnener Sicherheit wieder genommen. Dies wird an einigen Stellen zu echten Risiken führen – zum Beispiel an dem viel zu schmalen Radweg in der Zweibrückenstraße. Dies alles geschieht zugunsten des Autoverkehrs, dessen Dominanz zurückzudrängen ein unvermeidlicher Bestandteil jedes ökologischen und klimapolitischen Konzepts für die Mobilitätswende ist. Doch mit derart mutlosen Beschlüssen wird dies nicht gelingen.
Wir haben gegen das Ende der Pop-up-Bikelanes gestimmt, den anderen Teilen der Beschlussvorlage aber zugestimmt. Dies bedeutet auch, dass die Pop-Up-Radfahrstreifen im Frühjahr weiß markiert wiederkommen und dass die Strecken als dauerhafte baulich getrennte Radwege oder geschützte Radstreifen geplant werden. Das ist gut, zukunftsweisend und richtig. Dass nun für mindestens ein halbes Jahr die Verbesserung durch die Pop-Up-Radwege einfach zurückgenommen werden und wir zu gefährlicheren und schlechteren Situationen zurückkehren, schmerzt trotzdem sehr.  Das ist ein Rückschlag. Aber wir sind nicht geschlagen. Wir streiten weiter für die Verkehrswende in München und wir werden den Radentscheid umsetzen, wie vom Stadtrat und im Koalitionsvertrag beschlossen.“