München bekommt eine neue und modernere Müllverbrennungsanlage. Das hat der Kommunalausschuss des Stadtrates am Donnerstag beschlossen. Der Neubau wird direkt neben der bestehenden Anlage errichtet und ersetzt den Block 3, der über das Jahr 2035 hinaus nicht betrieben werden kann.
Die neue Anlage wird eine Kapazität von 400.000 bis 450.000 Tonnen pro Jahr haben, die aus dem Abfall gewonnene Energie soll sowohl für die Produktion von Strom als auch von Wärme verwendet werden. Das ist ein wichtiger Schritt, die Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt sieht beim Thema Mülltrennung jedoch Nachbesserungsbedarf.
Christian Smolka, Stadtrat Die Grünen/Rosa Liste/Volt: „Mit dem heutigen Beschluss stellen wir die Weichen für eine moderne und effiziente Entsorgungsanlage, die wir als Stadt brauchen. München hat seine Restmüllmengen in den vergangenen Jahren verringert, das ist gut. Aber wenn wir unser Ziel, Zero Waste City zu werden, erreichen wollen, müssen wir noch viel entschlossener vorgehen. In den Restmülltonnen der Stadt landet zu 40 Prozent Biomüll. Die Einsammelquote des Abfallwirtschaftsbetriebs ist zu schlecht: 30 Kilogramm pro Einwohner*in und Jahr, der bayerische Durchschnitt ist fast doppelt so hoch. Der AWM muss sich mehr anstrengen, um diese Quoten zu erhöhen. Mainz hat zum Beispiel einen Müllpodcast. Oder wir schulen unsere Mülllader*innen. Viele von ihnen kommen ohnehin auf ihren Touren mit Menschen ins Gespräch. Warum machen wir sie nicht zu Multiplikator*innen für besseres Trennen? Die bisherigen Kampagnen des AWM fruchten offensichtlich nicht, wir brauchen neue Denkansätze.“