Reichenbachstraße Visualisierung

Antrag | 24.02.2026

Mehr Aufenthaltsqualität für Stadtteilzentren

Antrag

Die Stadtverwaltung wird beauftragt Aufenthaltsqualität, Attraktivität und Akzeptanz von Stadtteilzentren sowohl innerhalb als auch außerhalb des Mittleren Rings durch Verkehrsberuhigungs­maßnahmen zu stärken.

Dies soll durch ein schrittweises Vorgehen und in enger Abstimmung mit den Bezirksausschüssen und den Anwohner*innen sowie der Zivilgesellschaft erfolgen.

Die verkehrsberuhigenden Maßnahmen sollen im ersten Schritt schnell und kostengünstig umgesetzt werden können. Eine mögliche mittel- bis langfristige bauliche Anpassung erfolgt im Anschluss.

Dafür stehen beispielsweise folgende Werkzeuge zur Verfügung:

  • Temporäre Verkehrsberuhigungen als erste Test- und Beteiligungsphasen für Abschnitte an denen eine dauerhafte Verkehrsberuhigung vorgeschlagen wird.
  • Verminderung von Durchgangsverkehr durch Diagonalsperren, oder Einbahnstraßenregelungen
  • verkehrsberuhigte Geschäftsbereiche mit Geschwindigkeitsbeschränkungen für den Verkehr auf 20 km/h oder weniger
  • flächenhafte verkehrsberuhigte Bereiche wie in der Innenstadt Memmingen
  • Umwidmung von Straßen zu beschränkt öffentlichen Wege mit Sondernutzungsregelungen für Anliegende, Lieferverkehr, etc. wie in Regensburg
  • Einrichtung neuer oder Erweiterung bestehender Fußgängerzonen

analog zu den Schulstraßen, kann auch für neue „Geschäftsstraßen“ der Autoverkehr in einer Straße für bestimmte Zeiten eingeschränkt werden, um den Zufußgehenden zu bestimmten Tageszeiten oder an bestimmten Wochentagen mehr Sicherheit und Platz zur Verfügung zu stellen.

Begründung:

München lebt nicht nur von seiner Altstadt, sondern auch von seinen vielfältigen Stadtvierteln. Deshalb müssen diese entsprechend gestaltet sein: kurze Wege, stressfreies Einkaufen, Orte zum Treffen oder für Veranstaltungen aus dem Kultur-, Sozial- oder Vereinsleben des Stadtbezirks.

In der laufenden Amtsperiode des Stadtrats wurden eine große Zahl von Projekten zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität begonnen, getestet oder fertiggestellt. Beispielsweise:  

  • auf Basis einer saisonalen Sommerstraße wurde die Westenrieder Straße zur Fußgängerzone
  • Einführung eines dauerhaften verkehrsberuhigten Bereichs am Kosttor nach mehrmaliger Sommerstraße
  • Erst Sommerstraße und dann dauerhafte Verkehrsberuhigung und Neuordnung des Holzplatzes von einem Parkplatz zu einem Aufenthaltsort.
  • Umbau der Augustenstraße zu einem verkehrsberuhigten Geschäftsbereich.
  • Umwidmung der St.-Anna-Straße zu einer Fußgängerzone
  • Pilotversuch zur Fußgängerzone Weißenburger Straße
  • Parklets und Schanigärten auf bisherigen Parkflächen
  • Auftakt zu einem Nachbarschaftsviertel im Westend
  • Umwidmung der Straße Am Hollerbusch zu einer Straße für Schüler*innen
  • Temporäre Spielstraßen wie in der Hanebergstraße in Neuhausen
  • Spiel- und Beteiligungsprojekte im öffentliche Raum wie z.B. Straße.Oase[i]
  • Forschungsprojekte wie MCube MOSAIQ oder AQT
  • Schulstraßen zur Verkehrssicherheit von Kindern zu Hol- und Bringzeiten insbesondere an Grundschulen
  • Umbau des Kreuzungsbereichs Lilien-/Zeppelinstraße mit Umgestaltung des Platz vor dem Museum Lichtspiele

All ­diese Erfahrungen gilt es nun in den kommenden Jahren zu nutzen und konsequent an andere Stellen der Stadt einzusetzen. Mit Beteiligung der Menschen vor Ort, die deren Wünsche und Bedürfnisse aufgreift, aber auch mit klaren Zukunftsvorstellungen und Vorschlägen für lebenswerte, aktive, und starke Orte die für alle da sind.

Beispiele dafür könnten sein:

  • die Amalienstraße zwischen Schellingstraße und Adalbertstraße, die Türkenstraße zwischen Theresienstraße und Adalbertstraße sowie die Hohenzollernstraße oder die Volkartstraße zwischen Nymphenburger Straße und Frundsbergstraße.
    Diese und ähnliche Straßen weisen eine hohe Dichte an Einzelhandel und Gastronomie sowie eine teils sehr hohe Fußverkehrsfrequenz auf und könnten als verkehrsberuhigte Geschäftsbereiche (Tempo 20) einfach eine Aufwertung erfahren.
  • Für das kurze Stück der Reichenbachstraße zwischen Reichenbachplatz und Gärtnerplatz ist neben einer generellen Geschwindigkeitsreduktion und/oder Einbahnstraßenregelung auch eine „Geschäftsstraße“ vorstellbar, in der an Sommernachmittagen unter der Woche und an Wochenenden die Straße den Zufußgehenden vorbehalten bleibt.
  • Im Dorfkern Hadern kann die Heiglhofstraße wie die Memminger Altstadt umgehend als verkehrsberuhigter Bereich mit Schrittgeschwindigkeit ausgeschildert werden, ohne die Erreichbarkeit der Geschäfte vor Ort einzuschränken.
Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt
Initiative:
Paul Bickelbacher
Gudrun Lux
Sofie Langmeier
Mona Fuchs
Florian Schönemann
Christian Smolka
Felix Sproll
Angelika Pilz-Strasser
Sibylle Stöhr
Anja Berger
Gunda Krauss
Mo Lüttig
Mitglieder des Stadtrates

[i] https://culture-clouds.de/strasse-oase/