Pressemitteilung | 29.12.2025

Kommunaler Bass: München braucht einen städtischen Club

Mehr Bass, mehr Vielfalt, mehr Raum für nichtkommerzielle Partys: München braucht einen städtischen Club. Die Grünen/Rosa Liste/Volt wollen dafür Standorte wie das Gebäude der Bananenreiferei im Großmarkt, das Maximiliansforum und den ehemaligen Ratskeller in der Altstadt prüfen lassen.

München hat eine vielfältige Szene von Musik-Kollektiven. Doch denen fehlt es an bezahlbaren Räumen. Sich bei kommerziellen Clubs einzumieten, können sie sich nicht leisten. Zwar gibt es seit 2023 die Möglichkeit, nichtkommerzielle Jugendpartys einfacher genehmigen zu lassen. Diese MUCs (Munich Urban Celebrations) kommen gut an, doch sie können nicht die einzige Lösung sein. Denn es ist schwierig, Orte zu finden, an denen Jugendliche – vor allem nachts – mit städtischer Genehmigung so feiern können, wie sie es sich wünschen. Außerdem ist der organisatorische Aufwand für ehrenamtliche Veranstalter*innen oft nicht leistbar.

In einem städtischen Club können sich Kollektive günstig einmieten. Sie können dort Technik nutzen und auch weitere (städtische) Ressourcen. Zum Beispiel können die Erfahrungen der Awareness-Arbeit bei MoNa (Moderation der Nacht) berücksichtigt werden, um „Safer Space“-Konzepte zu erstellen, die allen ein sicheres Feiern ermöglichen. Auch Suchtprävention und Beratung von Condrobs oder Prop e.V. könnten gut eingebunden werden. Der kommunale Club soll keine Konkurrenz zu kommerziellen Veranstaltungen sein, sondern diese sinnvoll ergänzen.

In einem städtischen Club sollen Veranstaltungen für Jugendliche von 13 bis 17 Jahren stattfinden, aber auch Partys für Menschen ab 18. Vorbilder dafür gibt es. In Graz gibt es das „Youth Clubbing“ im Jugendkulturzentrum Explosiv[1].  Hier legen DJs auf, Jugendliche haben einen sicheren Ort zum Feiern und können Freunde treffen. In Gent gibt es für ältere Jugendliche und junge Erwachsene das Underground-Kulturzentrum „Minus One“[2].

Die Grünen/Rosa Liste/Volt wollen den städtischen Club schnell voranbringen – zusammen mit Vertreter*innen der kollektiven Musik-Szene, Akteur*innen der Nacht- und Clubkultur und den Fachstellen der Stadt, die in dem Bereich gute Vernetzer*innen sind: MoNa, der Fachstelle Pop und dem Jugendkulturwerk.

David Süß, kulturpolitischer Sprecher Die Grünen/Rosa Liste/Volt: „Jungen Menschen fehlt es an Raum in dieser Stadt. Die Szene ist groß und lebendig, die Kollektive fordern zu Recht ihren Platz in München, besonders eindrücklich einmal im Jahr bei der ,Krachparade‘. Wir wollen einen städtischen Club, der unkompliziert und unkommerziell von der Szene genutzt werden kann. Dafür braucht es einen Ort. Warum nicht im Ratskeller, der Bananenreiferei und im Maximiliansforum? Bis ein dauerhafter Standort gefunden ist, müssen wir unbedingt Zwischennutzungen ermöglichen. Denn die Kollektive warten schon viel zu lange auf bezahlbare Räume.“

Lorenz Stradtner, GRÜNE JUGEND München: „15€ Eintritt für einen einzigen Abend sind einfach nicht drin, wenn die Miete die Ausbildungsvergütung oder das BAföG fast vollständig einnimmt. Mit einem städtischen Club schaffen wir Räume, damit Kultur, Feiern und kreatives Ausprobieren nicht vom Kontostand abhängen.“  


[1] https://www.graz.at/cms/beitrag/10426009/7752177/Youth_Clubbing_Ein_sicherer_Ort_zum.html

[2] https://www.minus-one.be/