Antrag | 15.01.2026

Gründer*innen und (Solo-)Selbständigen das Leben erleichtern

Antrag

Zur zielgenaueren Unterstützung und für mehr Sichtbarkeit für Gründer*innen und (Solo-)Selbständige wird die Stadtverwaltung gebeten,

  1. über gemeinsame Informationsangebote beispielsweise mit der IHK München oder UnternehmerTUM Women Start-up in Schulen und der Berufsberatung frühzeitig und niedrigschwellig Kindern und Jugendlichen auch eine Gründer*innenkarriere oder berufliche Selbstständigkeit als denkbare Alternativen vorzustellen und Gründungsvorbilder zu präsentieren,
  2. in Ergänzung zum Innovationspreis in der Gründer*innenszene bekannt zu machen, bei welcher Stelle der Stadtverwaltung Startups auch aktiv eigene Ideen und Lösungen für ein besseres München einreichen können,
  3. insbesondere für Gründerinnen die Sichtbarkeit, Ansprache, Vernetzungsmöglichkeiten und andere Unterstützungsformen zu verbessern und dabei auch Investorinnen mitzudenken,
  4. die spezifischen Bedarfe von Gründer*innen und (Solo-)Selbstständigen bei der Kinderbetreuung noch besser zu berücksichtigen und gemeinsam mit den bestehenden Gründungsnetzwerken und den Münchner Hochschulen auszuloten, welche weiteren Möglichkeiten es gibt, Gründer*innen das Leben als Eltern zu erleichtern.

Begründung:

Das Jahr 2025 war ein gutes für Neugründungen – vor allem in München. Die neuesten Zahlen des Startup-Verbands und startupdetector[1] zeigen: In keiner anderen Stadt in Deutschland war im vergangenen Jahr die Gründungsaktivität pro Kopf so hoch wie hier. Mit hohen Investitionen in Bildung, Wohnen, ÖPNV, Kultureinrichtungen, Aufenthaltsqualität und Nachhaltigkeit unternimmt die Landeshauptstadt München viel, um München als attraktiven und zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort weiterzuentwickeln. In einem aktuell insgesamt herausfordernden Umfeld für wirtschaftliche Tätigkeit in Deutschland braucht es aber noch weitere und zielgenauere Instrumente, Gründungsaktivität zu fördern, Gründer*innen und (Solo-) Selbständigen mehr Sichtbarkeit zu verschaffen und ihnen – bei der Arbeit und im Alltag – das Leben zu erleichtern.

Wer Gründungsvorbilder im familiären Umfeld hat, wird mit höherer Wahrscheinlich-keit einmal selbst gründen und hat zudem Vorteile für die eigene Selbstständigkeit. So geben im Rahmen einer Studie des Startup-Verbands und der Bertelsmann-Stiftung von 2024[2] zwei Drittel der befragten Gründer*innen aus Unternehmer*innen-familien an, dass sie dank ihres familiären Umfeldes Kontakt zu anderen Unterneh-mer*innen erhalten haben. Vorbilder, Netzwerke und persönliche Unterstützung für Startup-Gründer*innen werden in der Stude als entscheidende Faktoren identifiziert. Damit Gründungswahrscheinlichkeit und Gründungserfolg nicht vorrangig vom Elternhaus abhängen, sollen Wissen und Erfahrungswerte rund ums Gründen systematisch an den Unterricht oder spezifische Schulprojekte angebunden werden. Die Verwaltung soll hierzu ein gemeinsames Konzept mit externen Partner*innen wie der IHK München oder UnternehmerTUM Women Start-up ausarbeiten und für Schulen oder z.B. auch Schulprojekte, Praktikumswochen oder Sommer- und Ferienprogramme sowie die Angebote der Berufsberatung geeignete Informationsangebote entwickeln.

Mit dem Innovationspreis gibt die Landeshauptstadt München Challenges aus, für die innovative Lösungen gefunden werden sollen. Doch gute Ideen sollten rund ums Jahr an die Stadtverwaltung kommuniziert werden können und dann gesichert bei den zuständigen Ansprechpersonen ankommen. In der Startup-Community soll deshalb besser bekannt gemacht werden, wie und über welche Anlaufstelle Startups der Stadtverwaltung auch proaktiv eigene Ideen und Lösungen präsentieren können.

Auch in der Münchner Startup-Szene sind Frauen in Gründungsteams weiterhin deutlich unterrepräsentiert[3]. Heutige und zukünftige Gründerinnen, selbstständig berufstätige Frauen, aber auch Investorinnen gehören deshalb besonders in den Fokus einer zielgenaueren Unterstützung und Maßnahmen für mehr Sichtbarkeit: Angefangen bei mehr weiblichen Gründungsvorbildern an Schulen, über eine direktere Ansprache, noch bessere Vernetzungsmöglichkeiten, einem verbesserten Zugang zu Fremdkapital bis hin zur Berücksichtigung der spezifischen Bedarfe von Gründer*innen und Selbstständigen bei den Themen Kinderbetreuung und Vereinbarkeit Care-Arbeit und Beruf. Noch viel zu oft wird die Familiengründung zum Ende der Unternehmensgründung. Die Landeshauptstadt München sucht gemeinsam mit den bestehenden Gründungsnetzwerken und den Münchner Hochschulen deshalb gezielt nach Möglichkeiten, Gründer*innen und (Solo-) Selbstständige bei der Kinderbetreuung besser zu unterstützen und ihnen das Leben als Eltern zu erleichtern.

Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt
Initiative:
Sebastian Weisenburger
Beppo Brem
Clara Nitsche
Anja Berger
Gudrun Lux
Felix Sproll
Christian Smolka
Sofie Langmeier
David Süß
Mitglieder des Stadtrates

[1] https://startupverband.de/presse/pressemitteilungen/rekordjahr-startup-gruendungen-legen-um-rund-ein-drittel-zu–ernst-startups-ziehen-die-deutsche-wirtschaft-nach-vorn-08-01-2026/

[2] https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2024/mai/family-matters-vorbilder-und-akademischer-hintergrund-spielen-grosse-rolle-bei-startup-gruendung

[3] https://www.munich-startup.de/111559/muenchner-startups-wachsen/