Egal ob beruflich, privat oder beim Gang zur Behörde – vieles lässt sich heutzutage online erledigen. Gerade im Zeitalter von KI sind digitale Kompetenzen unverzichtbar geworden. Doch insbesondere für Frauen ist digitale Teilhabe leider immer noch nicht selbstverständlich.
Das zeigt die aktuelle Studie „Digitalbarometer München – Digitale Zugänge für alle Münchner*innen“, die am Mittwoch im IT-Ausschuss und am Donnerstag im Sozialausschuss vorgestellt wurde. Befragt wurden insbesondere Fachkräfte des Münchner REGSAM-Netzwerks, die sich in einem Online-Fragebogen zu Erfahrungen mit ihren Klient*innen äußern konnten. Die Studie geht auf eine Initiative der Stadtratsfraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt zurück.
Frauen verfügen nicht nur seltener über eigene Geräte wie Tablets oder Laptops, auch bei digitalen Kompetenzen sind sie oft benachteiligt. Das liegt unter anderem daran, dass Frauen im Berufsalltag weniger mit digitalen Inhalten in Berührung kommen.
Daneben weisen die Fachkräfte darauf hin, dass Frauen häufig schlichtweg die Zeit fehlt, sich mit komplexeren digitalen Inhalten zu beschäftigen. Insbesondere junge Mütter und Alleinerziehende stehen vor der Herausforderung, Arbeitsalltag und Kindererziehung gleichzeitig zu bewältigen – und das ohne Unterstützung. Viele Frauen wissen leider nicht, dass es bereits jetzt zahlreiche Unterstützungsangebote gibt. Deswegen müssen diese Schulungsangebote bekannter gemacht werden, um gezielt die Gruppe der Alleinerziehenden und Mütter anzusprechen.
Das Digitalbarometer weist auf einen weiteren wichtigen Aspekt hin: Selbst wenn Frauen und Mädchen an der digitalen Welt teilhaben, machen sie oft schlechte Erfahrungen. So erleben sie online häufiger Gewalt als Männer und Jungen. Auch in diesem Bereich muss Präventionsarbeit geleistet werden.
Judith Greif, digital- und gleichstellungspolitische Sprecherin Die Grünen/Rosa Liste/Volt: „Die aktuellen Zahlen zeigen: Frauen werden aus dem digitalen Raum häufig ausgeschlossen. Das nehmen wir so nicht hin! Daher ist es gut, dass die von uns initiierte Studie wiederholt werden soll. Die Ergebnisse zeigen deutlich, wo wir handeln müssen und was zu tun ist. Unsere Fraktion wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass Frauen und Mädchen im digitalen Raum souverän, kompetent und sicher unterwegs sein können. Damit das gelingt, braucht es niedrigschwellige Schulungsangebote, die speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Digitale Teilhabe für Frauen und Mädchen muss zur Selbstverständlichkeit werden!“
Zum Hintergrund: Der Stadtrat hat die Studie als Teil des Projektes „Digitale Zugänge für alle in München: transparent und zielgruppengerecht!“ am 18. Dezember 2024 in Auftrag gegeben. Durchgeführt wurde die Erhebung von der hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Landeshauptstadt, digital@M GmbH, in Zusammenarbeit mit der Driven By GmbH.