Antrag
- Die Verwaltung wird beauftragt, ein flexibel einsetzbares Team von „Viertelhausmeister*innen“ einzurichten, das nach dem erfolgreichen Vorbild vergleichbarer Projekte in Berlin[1] arbeitet:
Dieses Team soll in ausgewählten Vierteln und öffentlichen Räumen regelmäßig präsent und niedrigschwellig ansprechbar sein. Es kann so vor Ort zur Konfliktprävention und Verbesserung des sozialen Miteinanders beitragen. Die Viertelhausmeister*innen fungieren als vermittelnde Schnittstelle im Viertel und stehen bei Bedarf im engen Austausch mit Streetwork, AKIM, Polizei oder städtischen Stellen wie der Straßenreinigung. Außerdem sollen kleine Reinigungsarbeiten übernommen werden wie die Entfernung von Scherben, Spritzen oder außerordentlichen Müllansammlungen. Kleine Reparaturen und die Kontrolle der Toilettenanlagen können ebenfalls übernommen werden. - Das RAW/MBQ wird beauftragt, ein entsprechendes Arbeitsmarktprojekt zu entwickeln und dem Stadtrat zur Entscheidung vorzulegen. Ziel ist es, insbesondere Menschen aus der jeweiligen Szene bzw. dem Sozialraum einzustellen, die aufgrund ihrer Erfahrungswelt besser in der Lage sind, auf Augenhöhe mit den Menschen vor Ort in Kontakt zu treten.
Begründung:
In vielen städtischen Quartieren entstehen zunehmend Nutzungskonflikte im öffentlichen Raum, die häufig durch fehlende Kommunikation oder Missverständnisse zwischen unterschiedlichen Nutzer*innengruppen verstärkt werden. Andere Städte – insbesondere Berlin – haben mit dem Einsatz sogenannter Kiezhausmeister*innen sehr gute Erfahrungen gemacht. Diese Teams sind vor Ort sichtbar, ansprechbar und tragen durch ihr niedrigschwelliges Auftreten maßgeblich zur Deeskalation, Prävention und Verbesserung des sozialen Klimas in Parks und Kiezen bei.
Ein solches Projekt kann auch in unserer Stadt ein wichtiger Baustein sein, um Konflikten frühzeitig vorzubeugen, Müll- oder Sicherheitsprobleme schneller zu erkennen und zu adressieren sowie konkrete Ansprechpartner*innen im Stadtteil zu schaffen. Die Einbindung von Menschen aus der jeweiligen Szene stärkt zudem die Glaubwürdigkeit, baut Barrieren ab und fördert Vertrauen.
Durch eine strukturierte Zusammenarbeit mit bestehenden Akteuren wie AKIM, Polizei, Straßenreinigung und Krisendiensten kann das Projekt Synergien schaffen und zur Entlastung anderer Stellen beitragen.
| Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt |
| Initiative: Clara Nitsche Anja Berger Gudrun Lux Beppo Brem Sebastian Weisenburger Felix Sproll Andreas Voßeler Mo Lüttig Sofie Langmeier Gunda Krauss Paul Bickelbacher Mitglieder des Stadtrates |
[1] https://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/aktuelles/bezirksticker/2024/als-hausmeister-im-einsatz-fuer-kieze-und-parks-1507628.php