Radlhub am Viehhof

Pressemitteilung | 16.01.2026

1000 neue Lieferzonen und Semmeltaste: Vorrang für den Münchner Wirtschaftsverkehr

Münchens Wirtschaftsverkehr soll künftig effizienter und nachhaltiger werden. Die Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt fordert dafür mehr Platz und entzerrende Lieferkonzepte.

München ist zentraler Wirtschaftsstandort Bayerns und ein treibender Investitionsmotor in Deutschland. Vor allem der Lieferverkehr braucht Platz. Täglich müssen Pakete, Getränke, Lebensmittel für die Gastronomie und andere Konsumgüter in die Stadt gebracht werden. Dabei sollen allerdings die anderen Bedürfnisse der Münchner*innen nicht zu kurz kommen: weniger Gestank und Lärm, mehr Platz für die Menschen sowie Verkehrssicherheit für alle. Mit ihrem Antrag führt die Fraktion diese Anliegen zusammen.

1000 klar erkennbare Ladezonen sollen in ganz München entstehen. Idealerweise steht in Zukunft entlang jedes Häuserblocks ein Ladebereich zur Verfügung. Die Ladezonen sollen auch an die Bedarfe größerer Lieferfahrzeuge angepasst werden. Damit die Ladezonen frei bleiben, werden gesonderte Kontrollteams der Münchner Verkehrsüberwachung im Einsatz sein. Die mobilen Fokuseinheiten konzentrieren sich dann nur auf die Überwachung der neuen Lade- und Lieferbereiche. Wichtig dabei: Künftig soll es verpflichtend sein, ein Kurzparkticket in Ladezonen zu lösen. Dieses soll kostenlos sein – quasi eine Semmeltaste für den Lieferverkehr. Aber so können die Kontrollteams Falschparker*innen in den Ladezonen schneller ausfindig machen.

Die Fraktion will darüber hinaus innovative Formen der Logistik weiter fördern. Über die München Boxen können Pakete von unterschiedlichen Paketzustellern wie DPD, DHL & Co schon jetzt versendet werden. Das erleichtert den Alltag der Münchner*innen und spart Zeit. Dieses Angebot will die Fraktion ausbauen. Auch Lastenräder tragen zu einer nachhaltigen Logistik bei: Sie verursachen weniger Stau und Abgase und passen selbst durch die engen Gassen in der Münchner Innenstadt. Deshalb sollen neben dem XXL-Radlogistikhub in der Paketposthalle zusätzlich neue Radlogistikhubs entstehen.

Besonders zu Hauptverkehrszeiten und Schulwegzeiten wird es oft eng auf den Münchner Straßen. Kinder und Jugendliche sind auf dem Weg zur Schule, gleichzeitig wird der örtliche Supermarkt um 07:30 Uhr beliefert. Entzerrte Lieferkonzepte können den Stadtverkehr zusätzlich entlasten und erheblich zur Verkehrssicherheit beitragen. Internationale Großstädte wie New York haben gezeigt, dass neue Ansätze in der Verkehrspolitik zu erheblich weniger Verkehrsbelastung führen.[1] Vorstellbar für München ist zum Beispiel ein Pilotprojekt zu Nacht-/Abendlogistik.

Mona Fuchs, Fraktionsvorsitzende Die Grünen/Rosa Liste/Volt: „Blockierte Straßen und zugeparkte Ladezonen sind ein Problem für Münchens Lieferverkehr. Das wollen wir ändern: Mit 1000 neuen Ladezonen, modernen Radlogistikhubs und gezielten Kontrollen sorgen wir dafür, dass Pakete, Lebensmittel und Waren zuverlässig ankommen. Dafür wollen wir auch das notwendige Geld bereitstellen. So können Unternehmen und Handwerker*innen reibungslos arbeiten und der Verkehr wieder fließen.“


[1] https://www.tagesschau.de/wissen/klima/auswertung-city-maut-new-york-100.html